Die Eigenart der sogenannten deutschen idealististischen Philosophen, besonders Kant, Hegel, Fichte und Schleiermacher, aber in gewissem Grade auch Schelling und Schopenhauer, ist dass sie den Ausdrücken der Sprache, wie etwa Geist, Seele, Vernunft, Verstand, Anschauung, Sinnlichkeit, Worte die so offenbar zeitgebunden, veränderlich und letztlich unbestimmbar sind, absolute, unveränderliche Bedeutungen zuzumessen beanspruchten; Bedeutungen welche der Leser, der Student aus den umständlich verwickelten Verschachtelungen abzuleiten genötigt war. Solche Bedeutungen waren am Ende doch nur verschwommene Spiegelbilder der Erlebnisfähigkeiten der einzelnen Leser, Bedeutungen die sich nur dadurch gleich waren, dass sie sich auf die Schriften eines oder des anderen der berühmten Männer zurückzuleiten beanspruchten. Für Begriffsbildungen dieser Art war das akademische Milieu der Universitäten unentbehrlich. Diese Art des philosophischen Denkens erstreckt sich, wenn ich nicht irre, bis in die Gegenwart.