Am 15. Juni 2021 Liebe Gertraud, lieber Bernd, Dank für den Brief. Lediglich um Missverständnissen betreffs einer unvollständigen Antwort vorzubeugen teile ich mit, dass der Brief nicht vollständig übertragen wurde. Er endete mit dem abgebrochenen Satz: "Natternkopf in voller Blüte und über einen Meter hoch ist das" Immer wieder bewundere ich Eure Begeisterung und liebevolle Kenntnis von der Natur. Vergesst nicht Spinozas "Deus sive Natura", darunter ich verstehe, dass das Göttliche, was immer es sei, und die Natur, was immer sie sei, einander widerspiegeln. Leider bin ich viel zu alt um angesteckt werden zu können. Würde gern mitmachen, wenn es mir nur möglich wäre. Ein weiteres Nachwort zu unserm Austausch über "den" Duden. Ich bedenke ihn als einen außerordentlichen Ausdruck der Sehnsucht, des Bedürfnisses des Einzelnen zu werden und zu sein wie der Nächste. Es ist der Herdentrieb der die Vergesellschaftung erzwingt und dem gemeinsamen, gemeinschaftlichen Denken und Handeln zugrunde liegt. Und doch bleiben das Denken und somit die Sprache des Einzelnen unverbrüchlich seine eigenen. Meinem letzten Brief von vor zwei Wochen, möchte ich meine Erklärung der Prophezeihungen welche in unserer Geisteswelt von jeher eine so entscheidende Bedeutung haben, hinzufügen. "auf dass erfüllt würde was gesagt (oder geschrieben) ist, durch den Propheten ..." Ich betrachte Prophezeihungen als Zeugnisse für die Vorherrschaft der Sprache über Denken und Handeln, die sie in so hohem Maße unser künftiges Erleben bestimmt. Ich frage mich immer wieder inwieweit es der sogenannten Naturwissenschaft gelingen wird, das tatsächliche Geschehen das die Menschen in kommenden Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten befallen wird vorauszubestimmen, wie etwa mit den Anstrengungen zugunsten des Klimaschutz. Damit will ich es für heute genug sein lassen, und mich aufs Neue meinen anderen schriftlichen Verpflichtungen, besonders der Übersetzung des Buchs von Dr. Busch, zuwenden. Herzliche Grüße, Euer Jochen