Bei den wenn auch nur schneckenhaften Anstrengungen, das Buch von Reinhold Busch über die Rosenthaler ins Englische zu übertragen, werde ich von den verschiedensten Einsichten und Ansichten über das Schreiben, über die Literatur befallen. Vorerst, am eindrucksvollsten und offenbarsten, dass alles Schreiben in Grunde Dichtung ist. Auch die Liste, das Register von Name, Geburtstag, Verehelichung, Beruf, Sterben und Nachkommen hat Sinn nur als Zeiger (pointer) zu Erleben das letztendlich zwar das einzig Wirkliche, aber dennoch, wenn nicht gar eben deshalb, unerreichbar ist; ein Weiser also auf die Transzendentalität der Existenz. Das Übersetzen ist ein Üben in der Sprache, vergleichbar mit dem Üben von Tonleitern oder von Doppelgriffen auf der Geige. Und jeder Ausdruck widerlegt sich selbst. Zu schreiben, dass ich müde bin, vermag ich nur weil ich wach bin. Zu schreiben, dass ich traurig bin, vermag ich nur weil ich die Freude kenne. Die Persönlichkeiten oder Personen in Reinholds Buch sind Marionetten. Sich von ihm beschreiben zu lassen, heißt ihm die Erlaubnis zur Marionettierung zu geben. Aber auch das ist im Recht. Nur als Gedicht ist Sprache Zeiger zur Wirklichkeit.