Wieso, inwiefern, warum zweifle ich an der gedeuteten Welt? Weil ich zu dumm bin, oder zu faul, mich in die Deutung, d.i. in die Mathematik und in die sonstige Symbolik einzuueben? Die subjektive sowohl als auch die objektive Subjektivitaet auszumerzen. Sie leugnet nicht nur die Seele des Einzelnen. Sie leugnet zugleich das Gotteserlebnis und den Gottesbegriff der Menschenherde. obgleich diese, wie die Mathematik gehoeriger Weise als "fundamentale geistige Wahrheit" verstanden werden mag. Warum, frage ich, sollte man das Herdenerlebnis des Goettlichen, der menschlichen und goettlichen Seelen, als weniger "fundamentale Wahrheiten" erkennen, als die Postulate und Schluesse der Mathematik? ----------------------------------------------- "Fasst man dagegen das Verstehen intensiv nach der Geltung und Vollkommenheit auf, zu der es sich zu erheben vermag, so gibt uns die reine Mathe- matik das Musterbeispiel einer Erkenntnis von absoluter, objektiver Sicherheit, einer Sicherheit, die in sich selbst ihre Wurzel und völlige Gewähr hat und die durch keinen Vergleich mit einer höheren Instanz und wäre es der unendliche göttliche Intellekt in diesem ihrem Eigenwerte herabgesetzt werden kann. Das „Absolute" entschwindet uns, wenn wir es als das äußere Objekt der Erkenntnis ansehen und er- forschen wollen; wir gewinnen es zurück, wenn wir lernen, es lediglich in den fundamentalen geistigen Wahrheiten selbst zu suchen. Es gibt keine Erkenntnis vom Absoluten, wohl aber absolut gewisse Erkenntnisse." (Cassirer, Erkenntnistheorie, I, 405) Ich komme nicht umhin dass der mathematische Schluss ueber eine psychologisch besondere, besonders zwingende Ueberzeugungskraft verfuegt; und dass diese zwingende Ueberzeugungskraft als eine Eigenschaft nicht der Auszenwelt, sondern des menschloichen Gemuetes beurteilt werden muss.