Hab heute abend in Band 3 der Symbolischen Formen, Cassirers Besprechung des Grundlagenstreits in der Mathematik gelesen, wie etwa von Boole, Frege, Russell, Mill, Weyl, Kronecker, Klein, Brouwer, Dedekind, Hilbert geschuldert und auf Leibniz zurueckgefuehrt. Dabei komme ich mir vor als haette ich mich in ein Mittelalter verirrt, wo man um den sinn der Aristoteischen Begriffe streitet, wo diese Begriffe zuletzt alles anschaulichen Erlebens bar, wenig mehr als leere Huelsen sind, die zu nichts dienen denn als Treibstoff (fuel) fuer akademische Streitigkeiten. Ich betrachte dies als ein fuer mich gewissermaszen gefaehrliches Urteil insofern es als ein Fluchtweg dient auf dem ich meiner intellektuellen Faulheit und meiner beschraenkten Intelligenz entkomme. Es ist denkbar, dass ich bei groeszerer Anstrengung gelingen moechte zu einem weniger oberflaechlichen Verstaendnis der Scholastik, der modernen wie der mittelalterlichen - um von der altertuemlichen zu schweigen, kommen wuerde. Letzten Endes, so scheint mir artet alles rein begriffliche, unanschauliche Denken in eine Scholastik aus, deren Wert zwar nicht in der Bestaetigung oder Bekraeftigung des Erlebens besteht, aber dennoch zur Entwicklung und Staerkung des Denkvermoegens beisteuert.