Cassirers Philosophie der symbolischen Formen ist sein Versuch die Philosophie Immanuel Kants zu ergänzen auszubessern und zu reparieren. Betreffs Cassirers Symbolischen Formen: Warum Formen? Warum nicht einfach "Symbole"? Der Begriff Symbol, etwa Zeichen oder Zeiger, ist sinem Wesen gemäß dialektissch. Er besagt einen wirklichen Zeiger der auf eine andere entlegene Wirklichkeit hinweist. So erscheint der Begriff des Symbols als das passende Siegel der Kantschen Lehren welches die Beziehung der diesseitigen, subjektiven Vernunft auf eine jenseitige aber sonstig unerreichbare Wirklichkeit bedeutet. Die maßgebende und vielleicht begrenzende Eigenart der Cassirerschen Darstellung ist ihr unkritisches Verlassen (Vertrauen) auf die Wirklichkeit der objektiven Welt von Geistes- und Naturwissenschaften, jene Wirklichkeit deren Gültigkeit mittels der philosophischen Symbolik erklärt werden soll. Ein Unternehmen das sich mit der amerikanischen Redensart, to raise oneself by ones own bootstraps - sich mit den eigenen Schuhriemen hochzuziehen, beschreiben lässt. Dies ist auch die Problematik der Kantschen Philosophie, die dadurch wirksam und überzeugend ist, dass ihre Schuhriemen derartig verknotet und verstrickt sind, dass die Klarlegung, die Entknotung, die Entwirrung zu einer unlösbaren Aufgabe geworden ist, und der bedauerliche Student sich am Ende damit befriedigen muss, das Unverständliche zu glauben weil er nicht zu verstehen vermag. Ein Ausweg (Rettungsweg, Notausgang, escape route) aus dem Kantschen Gedankenlabyrinth ist Kierkegaards Ablehnung des Welt-historischen, welcher eine vernunftwidrige Gleichzeitigkeit, Samtidighed, mit der ersehnten, angebeteten Gegebenheit, mit dem Leben und Sterben Christi fordert und anstrebt. Das ist eine Lösung welche annehmbar und vielleicht, wenn auch nur gewissermaßen, in religiösen Angelegenheiten durchführbar ist. Aber wie sollte man diesen Maßstab den Geistes- und Naturwissenschaften anlegen? Der Geschichte, Soziologie, Psychologie, Physiologie, Pathologie, Arznei? Oder gar der Biologie, Chemie, Physik oder auch Mathematik? Mit der Gleichzeitigkeit schwindet, verschwindet das Wissen. Die Gleichzeitigkeit (obviates) hebt das historische Wissen auf. Eine vergleibare Beschränkung hebt das (potentiell) gegenwärtige Wissen auf. Denn ich v ermag mir meines Wissens gewiss zu sein, nur im vorübergehenden Augenblick der Ausführung oder Anwendung. Unter dieser Beschräkung ist es mirunerlaubt, bezw. unmöglich des möglichen aber augenblocklich nicht angewandten Wissens zuversichtlich zu sein. Ich verlasse mich auf die bescheidene Einsicht des Sokrates, dessen Ruhm in der Geistesgeschichte zum Teil auf der Behauptung beruht nichts zu wissen, als dass er nichts wüsste. Der Preis mit welchem unsereinser die Gültigkeit seines Wissens gewährt, ist dies Wissen der Gott-Natur, deus sive natura, zu opfern. Das Wissen um das Wissen fordert das Opfer des Gewussten. Nichts is umsonst. There's no free lunch. So lange man auf die Behauptung besteht, dass man etwas (Positives) weiß, ist es unmöglich über das Wesen dieses Wissens zur Klarheit zu kommen. Nur solch Wissen dient als gehöriger Gegenstand der Wissensforschung, der Epistemologie, auf dessen Besitz man verzichtet, dessen Besitz man abgeschworen hat. (to which one has abandoned the claim of possession, which one (no longer) claims to possess.) if only for the reason, that ones claim to possession, distorts the judgment, and causes one to ascribe a specious validity to what may in fact be invalid.