Bei wiederholtem Lesen von Cassirers Symbolischen Formen, erfahre ich den Vorgang des Verstehens aufs Neue, wenn nicht eigentlich zum ersten Mal. Als grundlegend betrachte ich die neu gewonnene und sich bestaendig erstaerkende Einsicht dass philosophieren, dass alles originelle Schreiben, dichten ist, und als Dichtung verstanden und gedeutet werden muss. Des Dichters Aufgabe ist seiner Anschauung, seiner Einsicht, seinem Verstehen, woertlichen Ausdruck zu geben. Er tut dies durch neue, unerwartete Zusammenstellungen von Absaetzen, Saetzen und Worten, - ja auch Buchstaben, denn nicht nur stellt er (imbues) bekannten Worten neue Bedeutungen zu, - es ist auch sein Vorrecht und manchmal seine Aufgabe Worte neu zu erfinden. So wird das Lesen eines unbekannten philosophischen Texts zum Erlernen einer fremden Sprache. Die Eigenart der Cassirerschen Philosophie, ist das widerspruechliche Bestreben die Subjektivitaet objektiv darzustellen. Es ist dieselbe Eigenart welche Kants Kritik vernebelt und verwirrt. Es ist unmoeglich das Subjektive objektiv darzustellen, es sei denn dass man, wie Kant, die vernuenftige Darstellung preisgibt, und sich der objektiven Unvernunft bedient als Zeiger - vielleicht als Symbol, um auf die anderweitig unerreichbare Subjektivitaet hinzuweisen.