Mein Bewusstsein ist stets mein eigenes. Mein Bewusstsein ist stets Gegenwärtigkeit meiner selbst. Mein Bewusstsein ist stets Ausdruck dessen das mir gegenwärtig ist. Es ist die Bestätigung und Garantie meines Selbstseins. Mein Bewusstsein ist die Verbindung dessen was mir gegenwärtig ist, was ich fühle, was ich denke, mit der Bestimmtheit meiner selbst. In der Unmittelbarkeit beherrscht mein Fühlen mein Denken. Wenn mein Bauch schmerzt, besetzt der Schmerz mein Bewusstsein. Wenn ich mich später des Schmerzes erinnere, oder wenn ich später vom Schmerz berichte, dann denke ich den Schmerz ohne ihn zu fühlen. Andere Inhalte als der Schmerz vermögen das Bewusstsein zu besetzen. Etwa Licht, Kälte, Wärme, ein Ton, ein Wort, ein Schlag, ein Donnerschlag. Aber auch, und besonders, ein Gedanke, eine Vorstellung. Es ist leicht und nächstliegend, und oftmals passend (einschlägig) den Gedanken mit dem Wort, mit der Phrase oder mit dem (un)ausgesprochenen Satz gleichzustellen. Aber nicht akkurat. Denn Gedanken mögen auch wortlos, träumerisch, unvollkommen, unfertig, rudimentär, ungestalt, im Bewusstsein schweben, um daraufhin in Sprache, in mathematischen oder musikalischen Formen (Symbolen) niederzuschlagen. Jedoch sind sprachliche, mathematische und musikalische Niederschläge wesentliche Erscheinungen, Offenbarungen, des Bewusstseins, wenn nur weil sie die Mittel der Erhaltung und Mitteilung von Gedanken sind. Das gegenständlich Bleibende außer mir, der Gegenstand der nicht vergeht und nicht verschwindet, auf den ich mich vielleicht zeitlebens zu besinnen vermag, erinnert mich zugleich an sich und an mich selbst und somit bestätigt mir die Wirklichkeiten meiner Welt und meiner selbst. Eine solche Bestätigung ist der Zweck des Museums. Die Welt die mein Bewusstsein mir erschließt, wird wesentlich vergrößert und vertieft durch Gegenstände meines Bewusstseins die ihm als Zeichen dienen, und als solche symbolische Bedeutung haben. Vorerst drängen sich mir sprachliche, mathematische und musikalische Symbole auf. Diese Symbole sind an Gewicht, Art und Ausmaß wesentlich von ihren Folgen unterschieden. In keinem Fall ergibt sich die Wirkung der Symbole durch theoretische Erklärung. Symbole wirken durch Einübung und Ausübung. Sprechen und Rechnen und Musizieren müssen erlernt werden. Im Falle der Muttersprache kommt das Erlernen von selbst. Fertigkeit im Rechnen und Musizieren ergibt sich durch mühsames Einüben. In allen Fällen, jedoch, geschieht das Lernen durch Anpassung, durch Angleichung, durch Assimilation, welche Verwandlung und Veränderung des Geistes, des Gemüts, und unvermeidlich, wenngleich unerkennbar, auch des physischen Gehirns bewirkt. Die Macht der Symbole ergibt sich daraus, dass sie zugleich über subjektive und objektive Bedeutung verfügen. Die subjektive Bedeutung besteht darin, dass sie das Bewusstsein des Einzelnen, in gegebenem Falle also meiner selbst, belegen, und zeitweilig zu beherrschen vermögen, dass sie aber auch übertragbar, mitteilbar (transmissible) sind, und sich unter Umständen den Bewusstsein vieler, verschiedener Menschen darstellen und zugänglich sind. Womit (Eine Feststellung mit der) keineswegs besagt (implied) sein soll, dass alle affizierten Gemüter vom gegebenen Symbol anfänglich in gleicher Weise affiziert werden. Der Vorbehalt "anfänglich" ist einschlägig, insofern ein jedes Gemüt dem gegebenem Symbol fremd und befremdet gegenüber steht. Weil aber das Erlernen des Symbols, in gegebenem Falle, einer Sprache, das lernende Gemüt verwandelt, es sich ihm angleicht und assimiliert, so bewirkt die gemeinsame Sprache die Gleichheit der Mitglieder einer Menschengruppe; ermöglicht und schafft eine Gesellschaft. Aber nicht vollends. Die Kontrolle welche das Symbol, das Wort, der Satz, jeweilig über das einzelne Bewusstsein ausübt ist nicht vollkommen, so dass Verständnis- und Meinungsverschiedenheiten zwischen verschiedenen Gesellschaftsmitgliedern bestehen bleiben und Gelegenheiten zu Streitigkeiten bieten.