Nach weiterem Überlegen fällt mir auf, dass die schlüssigste Deutung von anderweitig unbegreiflichen philosophischen Schriften ist nicht als Unsinn sondern als Dichtung. Zugegeben nicht selten als eine Dichtung der lediglich negativer ästhetischer Wert anhaftet. Ihrerseits fordert diese Aufnahme der Philosophie in den Bereich der Dichtung, ein weiteres, tieferes Verständnis nicht eigentlich was Dichtung ist, sondern wie Dichtung zustande kommt und wie Dichtung wirkt. Es dünkt mich ironisch, dass Cassirer, indem er den Mythos als zweiten Teil in seine Philosophie der symbolischen Formen einfügte, die Eigenschaften dieses anspruchvollen Werkes als Mythos sui generis, eigenster Art, ahnungslos übersah, wenn nicht gar verkannte. Auch erscheint mir die Philosophie in neüm Lichte wenn ich sie aus meiner Perspektive betrachte, nähmlich in Anbetracht meiner Behauptung, dass die Anpassung - oder Angleichung des Gemüts and seine unmittelbare Umwelt eine oftmals schlüssige Eigenschaft des Geistes ist. Einst warnte Platon seine Schüler vor den Gefahren der Sophistenlehren. Wäre heutzutage vielleicht eine ähnliche Warnung vor den Gefahren des deutschen Idealismus - um die Warnung vor dem wissenschaflichen, optimistschen Positivismus unerörtet zu lassen, - angemessen? Wäre vielleicht Cassirers Denken, Ausdruck einer edlen und harmlosen Psychopathologie, anhebend mit einer vom Kantvirus erregten Studieninfektion, die seinen Geist verstörte und ihn lebenslang behinderte? Und mich selbst betrachtend, was möchte es gewesen sein das mich in früher Jugend, wenn nicht schon in der Kindheit mit meinen eigenen Voreingenommenheiten infizierte? Anders betrachtet und befragt: Ist nicht die Anregung, die Erregung durch einen fremden Keim der Geistesentwicklung unentbehrlich? Und wer sollte es sein, der zwischen gut und schlecht, zwischen richtig und falsch, zwischen Wahrheit und Unwahrheit entschiede?