Cassirers Beschreibung und Zergliederung des Mythos ist Synthesis, Zusammenstellung, denn Mythos ist nicht eine Entdeckung der Beobachtung, sondern eine Erfindung des Denkvermögens, der Logik, der Sprache, aus vielen anthropologischen Studien zusammengezogen, aus berichteten Tatsachen deren jede ein Beschluss - oder eine Schlussfolgerung des jeweiligen Geisteswissenschaftlers ist, eine Folgerung an der das Merkmal der Geschichte haftet. Dies Merkmal ist Dichtung. Das Maß der Glaubwürdigkeit dieser geisteswissenschaftlichen Dichtungen aus denen Cassirer sein Modell des Mythos schöpft wage ich nicht zu vermuten, fühle mich gezwungen darauf hinzuweisen, dass bestenfalls die Glaubwürdigkeit der Cassirerschen Synthese nicht größer zu sein vermag als die unbestimmbare Glaubwürdigkeit der Qüllen aus denen Cassierer die Tatsachen schöpft, mit denen er sein Bild vom Mythos malt. Die unentrinnbaren Schranen welche Cassirers Mythologie anhaften, sind die Schranken welche jede Form der Geschichte vom Erleben trennt. Das Wissen ist Können, ist unmittelbares Verhältnis zur erlebbaren und tatsächlich erlebten Wirklichkeit. Das Wissen ist nicht die Wiederholung oder das Ausspeien augeklügelter Geschichten, ob abgelesen oder auswendig.