Vom 2. Band Cassirers Philosophie der symbolischen Formen bin ich zu Schellings Vorlesungen über die Philosophie der Mythen gelangt. Und habe nach all zu vielen Jahren entdeckt dass die moderne Philosophie Cassirers einbeschlossen, auf einer unausgesprochenen Annahme von herkömmlichen Zeit und Raum Vorstellungen beruht, Annahmen welche das Begreifen der Geschichte, wie ich sie verstehe, unmöglich macht. Ich gestehe dass die gewöhnliche Auffassung der Vergangenheit als Rückbildung meines Gegenwartsbewusstseins, normale Geistesbeschaffenheit besagt, und dass die Unwirklichkeitsübungen in denen ich mich ergehe eine Spezies Wahnsinn darstellen, und dass Vergangenheitsunwissen, meinem Verständnis gemäß, wahnsinnig sind. Aus anderer Perspektive, die Einsicht, dass die Deutung, das Verständnis der (modernen) Philosophie auf vorbestimmter Bedeutung der Sprache beruhen, eine Voraussetzung die fragwürdig wird insofern das "philosophische" Denken als die kritische Untersuchung der Sprache gelten muss. Der Versuch, der Anspruch "zu philosophieren" verbaut das Vorhaben "fremde" Philosophie, uneigenes Denken aufzunehmen, zu verstehen. Die durchgehende Problematik der Philosophie, von Aristoteles bis auf den heutigen Tag, ist die Verdinglichung, die Reification von Begriffen, sei es Anschauung, Vernunft, Verstand, Geist, Seele, Wahrheit, Tugend, Schönheit, Vergangenheit. Die irrtümlichen Bestimmungen stehen dem Denken, dem Erleben, dem Verstehen im Wege. Die Kunst des philosophischen Denkens ist das Vermeiden verdinglichter Begriffe.