Gegenwart ist was mich soeben beschäftigt. Gegenwart ist mein Bewusstseins Inhalt. Das heißt dass Gegenwart ein subjektives Erlebnis ist. Demgemäß müssen auch Zukunft und Vergangenheit als subjektiv gedeutet werden. Der Zeitenfluss aber, Tage, Mode, Jahreszeiten, Bewegung und Verwandlung sind objektiv. Somit bekommen die Sonetten an Chronos eine neue Aufgabe, die Vereinbarung (reconciliation) von Subjektivität und Objektivität, die Schlichtung von subjektiv ond objektiv im Allegemeinen. Merkwürdig, dass man von der Vergangenheit als objektiv spricht, wo doch jeder seine eigene Vergangenheit hat, uns die Vergangenheit unvermeidlich auf sich selber bezieht. Gleichfalls die Zukunft. Die psychologisch erzwungene Objektivität der Mathematik. Die Mathematik als der eigentliche Bereich des Zeitenflusses. Und verallgemeinert: Die Mathematik als der Bereich und die Methode der Objektivierung des Subjektiven. Chronos als Hort der Unendlichkeit, infinity, Unbegrenzheit. ============= am 27. April 2020 Gegenwart als primär(es) subjektives Erleben, als Gefühl, als Vorstellung die sich von Zeit zu Zeit verwandeln, die als messbare und gemessene Zeitfolge in objektive Darstellung verwandelt oder mit dieser verknüpft werden. Aus dem Erleben von Gegenwart, ergeben sich als ebenfalls subjektive Vorstellungen die Zukunft und die Vergangenheit, Vorstellungen welche gleichfalls (wie Gegenwart) in objektive Darstellungen verwandelt werden, wo zwischen subjektiver so wie auch objektiver Zukunft und Vergangenheit wesentliche qualitative Unterschiede zu bemerken sind. Die Deutung der Zeit als subjektiv-objektiv dialektisch erlebbar und erfahrbar, mag als erkenntnistheoretischer Prototyp dienen, nach dessen Muster sich die großen erkenntnistheoretischen Probleme sich in vergleichbarer Weise bearbeiten lassen. Die einzige (objektive) Gegenwart ist dieser Zeitpunkt, der sich auf keine Dauer zurückführen lässt, und von dem sich keiner Dauer erstrecken lässt. denn Dauer ist subjektiv, ist erlebt, ist Weile, ist lange Weile. Objektiv lassen sich Nanosekunde und Millenium nur rechnerisch, zahlenmäßig unterscheiden. Subjektiv lässt sich weder das eine nch das andere erleben.