bugstrangfeld@web.de Liebe Gertraud, Lieber Bernd, Euerm Silversterbrief entnehme ich die Ruhe und Zufriedenheit welche Euch in diesen kurzen Wintertagen beseligt. Ich hab mich in ähnlicher Weise mit dem Winter abgefunden, in meinem Fall mit den Beschränkungen des Winters meines (hohen) Alters. Die kleinen Wanderungen oder die weiteren Spaziergänge um eine der nahen Teiche welche in Spinozas Worten, Deus sive Natura in der Eiszeit als Talsperren bei uns eingerichtet hat, sind mir wegen meiner verkrüppelten Hüften zur Unmöglichkeit geworden. Stattdessen sitze ich hier am Küchentisch bei zehn Grad im anderweitig ungeheizten Hause, und denke über die Unmöglichkeitskaskaden nach, darin das Leben besteht. Die fast neunzig Jahre, die mir das Schicksal - oder sollte ich schreiben "Deus sive Natura" angekreidet hat, legen mir nahe den Versuch zu machen, einige "Sonetten an Chronos" zu schreiben, ein Versuch der "an und für sich" meinen Größenwahnsinn bekundet, und damit zugleich einen Witz, worüber man lachen muss, bis es einem auf diesem Umwege gelingt sich auch ohne Alkohol in die passend fröhliche Silversterstimmung zu begeben. Ein weiteres Mal wünsche ich Euch beiden ein zufriedenes gesundes Neues Jahr. Euer Jochen