am 24. Dezember 2019 Lieber Jochen, früher haben wir immer allerlei Weihnachtslieder gesungen, besonders gern "Süßer die Glocken nie klingen", und haben bei er letzten Strophe immer "zu Onkel Albert" hinzugefügt, das war ein entfernter Verwandter meiner Familie mütterlicherseits. Nun singen wir nicht mehr viel, sind ja auch keine Familie mehr, haben aber viele viele wehmütige Erinnerungen, und an Dich denken wir auch! Und natürlich auch an unseren Besuch bei Euch Ende Dezember 1993, als wir mit meiner damals schon todkranken Schwester von Euch so freundlich aufgenommen wurden. Und Du und Margaret mit uns Richtung Norden fuhret, wir alte Holzbrücken sahen und einen besonderen großen Specht, und dann die weißverschneiten Berge. Schön war es. Danke noch einmal! Dieses Jahr sind wir zu Hause, unsere Freundin Bente in Kopenhagen hat ihre Geburtstagsfeier (80.) aus gesundheitlichemn Gründen abgesagt, und wir sind ganz froh, dass wir in dieser düsteren Jahreszeit die lange Strecke nicht fahren müssen. Hier ist es nun frühlingshaft, es retnet viel, zum Glück, den noch immer ist der Grundwasserspiegel viel zu niedrig. Aber ansonsten sind natürlich weiße Weihnachten die eigentlich richtigen. Dieses Jahr haben wir endlich mal wieder ordentlich Plätzchen gebacken, traditionelle Familienkekse, Berliner Brot, Haferflockenmakronen und helle Mürbeteigplätzchen, bei denen man verschiedene Formen ausstechen kann, Herzen, Sterne, Glocken, Weihnachtsmänner, Halbmonde, Sternschnuppen... das macht Spaß, immer wieder. jetzt sind einige bunte Blechdosen gefüllt, Vorratswirtschaft! Der Weihnachtsbaum, eine besonders schön gewachsenen Nordmanntanne, steht nach etlichen Mühen endlich ziemlich gerade, jetzt gehts ans Schmücken, immer noch mit den übrig gebliebenen Figürchen aus dem Erzgebirge vom Winterhilfswerk, die meine Eltern damals gesammelt hatten, zu Beginn ihrer Ehe. Und viele andere Figürchen haben wir im Laufe unseres langen gemeinsamen Lebens dazu gesammelt. Oft wissen wir noch, wann und wo, und bei welcher Gelegenheit, das gibt dann Erinnerungsgeschichten. Das leben war schon lang. Wie verbringst Du diesen Abend? Sicher arbeitest Du auch an vielen vielen Erinnerungen, wehmütig oder heiter . Habt Ihr damals in Konnarock einen Weihnachtsbaum gehabt? Wie habt Ihr denn damals, fast in der Wildnis, diese besondere Zeit verbracht? Gab es Schnee? Überhaupt irgend etwas von Weihnachtsstimmung? Das ist schon lange sehr schwierig geworden. So, nun gehts ans Werk. Wir wünschen Dir gute Gedanken und versöhnliche Stimmung und gute Erinnerungen! Viele liebe Weihnachtsgrüße von Deinen Gertraud und Bernd.