Nicnt verlässlich zuhaus, in der gedeuteten Welt. Chronos widerspricht, widerlegt Kronos, denn Chronos fließt, indessen Kronos als Mythos, den Zeitenfluss einzustämmen beansprucht. Oder ihn dialektisch zu betreiben. Ein weiterer Hinweis: Das Wort steht am Anfang, ist Brücke, sei es zu einer eignen außerzeitlichen logischen Wirklichkeit - oder zur [Un]wirklichkeit erdichteten Erlebens. Ohne das Wort wär es dem Geist unmöglich vom Fleck zu kommen. Besser vielleicht für's Bewusstsein, auf der Stelle zu bleiben und auf sich zu beharren. Das Bleibende: Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den Lockruf dunkelen Schluchzens. Ach, wen vermögen wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht, und die findigen Tiere merken es schon, daß wir nicht sehr verläßlich zu Haus sind in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleicht irgend ein Baum an dem Abhang, daß wir ihn täglich wiedersähen; es bleibt uns die Straße von gestern und das verzogene Treusein einer Gewohnheit, der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht. O und die Nacht, die Nacht, wenn der Wind voller Weltraum uns am Angesicht zehrt –, wem bliebe sie nicht, die ersehnte, sanft enttäuschende, welche dem einzelnen Herzen mühsam bevorsteht. Ist sie den Liebenden leichter? Ach, sie verdecken sich nur mit einander ihr Los. Weißt du's noch nicht? Wirf aus den Armen die Leere zu den Räumen hinzu, die wir atmen; vielleicht daß die Vögel die erweiterte Luft fühlen mit innigerm Flug. Mythos ist Sprache, und fesselt die Zeit, oder scheint dies zu tun. Haben wohl nichts als den Klang mit einander gemeinsam es sei denn die Unbegreifbarkeit dessen worauf sie weisen. Gemeinsam der Widerspruch den sie gegeneinander erheben. Der Titanenname bedeutet einen Riss im Verlauf der Zeit. Die Zeit aber ist maßgebend. Sie vernichtet den oder das was immer wagt den Versuch sie aufzuhalten. Die Legenden, die Mythen von den Titanen, bezeugen das Allzumenschliche das wir nicht anderweitig einzugestehen vermögen das nun den Göttern zugeordnet wird. Mit welchen Folgen bleibt unklar. Sie dienen unsre Schuld zu tragen. Zuweilen der Versuch Chronos mit Kronos zu vereinbaren, indem man dem Erscheinen der Titanen chronologische Bedeutung zuschreibt. Doch dergleichen Versuche verschleiern, verdecken, verdunkeln die chronologische Frage indem sie diese als im Grunde entschieden und gelöst vorführen. Das ist ein Irrtum. Die Kronosmythen beruhen auf den allgemeinen, geläufigen Zeitvorstellungen welche einem endgültigen Verständnis im Wege stehen, und die zu lösen, aufzulösen, zu entbinden eine wesentliche Aufgabe des existentiellen Denkens ist. Der Ausgangspunkt ist cartesisch: das gegenwärtige Bewusstsein; jedoch wird das leichtfertige, leichtgläubige Vertrauen auf die göttlich versicherte Zuverlässigkeit der Außenwelt kritisch untersucht und bedacht; in eben der Weise dass der Zweifel an die Gültigkeit bestehen bleibt; und umgewandelt wird in die Frage worin diese Gültigkeit denn eigentlich besteht, und wodurch diese Gültigkeit begrenzt wird. Die Kernannahme ist dass von meinen augenblicklichen gegenwärtigen Bewusstsein sich eine Welt in unendliche Zeit und unendlichen Raum erstreckt, muss eben dies, nur eine Annahme bleiben, und nichts weiteres. denn es ist undenkbar, unvorstellbar, dass diese hypothetiche Welt jemals besetzt würde. Sie ist der Entwurf eines eng beschränkten Bewusstseins dessen enge Grenzen erkannt sein wollen. Der Etymologie des Wortes Gegenwart entnehme ich, dass ursprünglich dieses alte Wort ein unmittelbares Gegenüber besagt, das hingegen als Zeitbegriff und als Gegensatz zu Vergangenheit und Zukunft ein verhältnismäßig neuer ist, erst ein paar hundert Jahre alt. Hingegen der französisch-englische Ausdruck "present", prae esse, vorher sein, sagt sehr viel. Das Gegenwärtige, was jetzt besteht ist (lediglich) die Grenze, die Trennungslinie von Vergangenheit und Zukunft, die ich als sinnvoll erlebe weil sie Ort und Gelegenheit meiner Handlung ist. Die Zeit ist ein Fluss. Die Zeit fließt unaufhörlich. Interminably. Die Gegenwart, the present, ist eine geistig-seelische Erscheinung im Fluss der Zeit, eine Erscheinung (Phänomen) welche diesen zu unterbrechen, aufzuhalten scheint, eine Erscheinung welche durch das Handeln, durch die Handlung, durch die Tätigkeit ausgelöst und bestimmt wird. Das Maß, die Grenzen der Handlung sind von den jeweiligen Gedanken, vom vorübergehenden Bewusstsein bestimmt; lassen sich dennoch, oder vielleicht darum nur ungefähr, oder vielleicht überhaupt nicht bestimmen. Das Spielen von Musik, das Singen, vielleicht auch das Sprechen, wie etwa das Aufsagen eines Gedichts bestimmen Handlung und somit Gegenwart, aber stets nur ungefähr, approximativ. Tatsache ist, der Zeitenfluss lässt sich nicht unterbrechen, lässt sich nicht aufhalten. Es gibt viele verschiedene außersprachliche Wirklichkeiten, das Erschaute, die Landschaft, das Bild, das Erhörte, der Ton, die Musik, das Gefühlte, das Geschmeckte, auch die geschlechtliche Befriedigung, und vielleicht besonders diese, ist außersprachlich. Wenn ich denn Reichtum mythologischer Bilder of Statuen bedenke, etwa die Sixtinische Kapelle, frage ich mich ob es ein Irrtum sein möchte den Mythos ausschließlich an die Sprache zu binden. Darüber mehr, später. Vorerst aber Betrachtung und Darstellung der sprachlichen und mathematischen Symbolik welche so weitgehend dient die Geisteswelt in der ich lebe zu gestalten und auszustatten. Das Museum als Ort des Bleibenden. Das Konzert als Ort des Wirklichen. Objektiv ist die Gegenwart nichts als Grenze von Vergangenheit und Zukunft, ein künstlicher? willkürlicher? wirkungsloser? Schnitt in den Fluss der Zeit. Weder Vergangenheit noch Zukunft sind mir erreichbar. Subjektiv umfasst (?beinhaltet) Gegenwart die Gesamtheit zeitlichen Erlebens. Alles was ich erlebe ist mir gegenwärtig, auch meine Betrachtungen über entfernteste Vergangenheit und Zukunft, und besonders diese. Alles ist Gegenwart. Mein Erleben verwandelt Vergangenes und Zukünftiges in jetzt und hier. Die griechischen Mythen sind lehrreich für die Eigenart des Menschengeistes mittels der Vorstellungs- und Einbildungskraft und mittels der Sprache eine Schein (Pseudo-) wirklichkeit zu gründen. Es ist uns heutzutage schwierig zu vergegenwärtigen wie wichtig, wie ernst man die Mythen nahm, die Anlass zu Festen, zu gewaltigen Tempelbauten dienten; genauso schwierig wie es uns Modernen heutzutage ist die Mythenhaftigkeit unserer geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Errungenschaften zu erkennen, nicht zuletzt, weil wir sie so emsig in Akademien und auf Universitäten pflegen. Ich will versuchen mir vorzustellen, und zu beschreiben, wie sich das geistige Leben in einer von Mythenglauben bereinigten Gedanken und Gefühlswelt bewegen, betragen, verhalten möchte. Nicht, so möchte ich betonen, von einer Gedankenwelt von Mythen bereinigt, denn eine solche ist unmöglich, aber vom Glauben, von unkritischem Verlass auf Mythen befreit. Das allein wäre eine wesentliche Leistung. Die Einklammerung, die AAufhebung des Glaubens an den zeitgenössischen Mythos, ist die Voraussetzung für die gerechte Deutung der Zeit. Kronos Sein Name wurde in der antiken Volksetymologie schon sehr früh (in der Orphik) mit dem des Zeitgottes Chronos (griechisch Χρόνος Chrónos) gleichgesetzt, was aber etymologisch falsch ist; ursprünglich waren es zwei verschiedene Götter, die dann in manchen Überlieferungen miteinander verschmolzen wurden. Die Etymologie ist umstritten; man hat eine Ableitung von kraíno erwogen, dann wäre Kronos der „Vollender“. Auch wurde vermutet, dass der Name vorgriechischen Ursprungs sei und somit Kronos aus einer vorgriechischen Tradition übernommen wurde.[1] Der Autor des 1962 gefundenen Derveni-Papyrus, einer der ältesten bekannten literarischen Schriften der griechischen Antike, bietet eine andere Etymologie, indem er Kronos von κρούειν kroúein, deutsch ‚stoßen, schlagen‘ herleitet.[2] Frühzeit der Mythologie hatte Kronos noch keinen festen Platz in der Genealogie der Götter; von den verschiedenen Versionen des Mythos hat sich die von Hesiod überlieferte durchgesetzt, die Kronos zu einem Sohn von Uranos und Gaia macht. Da Uranos seine Kinder – die Kyklopen und Hekatoncheiren – so sehr hasste, dass er sie in den Tartaros verbannte, brachte Gaia ihre weiteren Kinder – die Titanen – im Geheimen zur Welt. Sie stiftete schließlich Kronos an, den Vater mit einer Sichel zu entmannen. Kronos wurde damit zum Herrscher der Welt und Begründer des Goldenen Zeitalters. Nach der Darstellung Hesiods (Theogonie 446ff.) wurde Kronos von seiner Schwester Rhea (Rheia) zum Gatten genommen. Aus Angst, selbst entmachtet zu werden, fraß er jedoch alle Kinder, die aus dieser Verbindung entstanden: Hestia, Demeter, Hera, Hades und Poseidon, die Kroniden. Den jüngsten Sohn jedoch, Zeus, versteckte Rhea auf Anraten von Gaia und Uranos in der Höhle von Psychro im Dikti-Gebirge auf Kreta, während sie dem Kronos einen in eine Windel gewickelten Stein überreichte, den dieser verschlang, ohne den Betrug zu bemerken. So konnte Zeus ungestört heranwachsen. Später gelang es Zeus, seinen Vater mit List und Gewalt zu überwinden, worauf Kronos erst den Stein und dann seine verschlungenen Kinder ausspuckte. Den Stein stellte Zeus an der Kultstätte Pytho (Delphi) auf, damit er dort von den Sterblichen bestaunt werde. Die Orphiker erzählten, dass Kronos eines Tages von dem damals aus den Eichen fließenden Honig berauscht dalag und so von Zeus gefesselt werden konnte. Anschließend brachte dieser ihn auf die „Insel der Seligen“, die Elysischen Gefilde, die am Rande des Erdkreises liegen, wo Kronos bis heute weile. Daher halte dort noch immer das Goldene Zeitalter an, das für den Rest der bekannten Welt mit seiner Entmachtung sein Ende gefunden habe. Nach der Bibliotheke des Apollodor war Metis, die erste Geliebte des Zeus, diesem bei der Entmachtung des Vaters behilflich, indem sie ihm den Trank reichte, der Kronos betäubte und ihn schließlich dazu zwang, alle zuvor verschlungenen Kinder wieder von sich zu geben. Verehrung Kronos war eine relativ schattenhafte Gestalt aus der Mythologie, die nur in sehr geringem Maße kultisch verehrt wurde. Allerdings gab es ein ihm zu Ehren gefeiertes ländliches Fest, die Kronien. Der von ihm ausgespuckte Stein wurde in Delphi verehrt; man salbte ihn täglich mit Öl und umwickelte ihn an Festtagen mit wollenen Binden. Er ist nicht zu verwechseln mit einem anderen ebenfalls in Delphi aufgestellten und verehrten Stein, dem Omphalos. Der Steinkult war in der Antike im Mittelmeerraum verbreitet. Stammbaum der olympischen Götter Kronos Rhea Hestia Hades Poseidon Demeter Zeus Hera Athene Apollon Artemis Hermes Dionysos Hephaistos Ares Aphrodite ================= The foregoing - Die vorherigen (vorigen) Betrachtungen ergaben sich im Rahmen des unveränderten und vielleicht unveränderlichen Ichs. In Beziehung zur Pseudoidentität des Ichs. Die vom Ich äußerlich und innerlich erlebten (wahrgenommenen) Veränderungen sind Andeutungen des Verlaufs einer (der) Zeit, obwohl es mir vorerst unerkennbar ist wie diese Veränderungen sich zur vermeintlichen Ich-Identität, der sie widersprechen und die sie aufheben, verhalten. Denn was identisch bleibt, vermag nicht sich zu verwandeln, und was sich verwandelt, bleibt nicht identisch. Versuchsweise schlage ich die Frage vor, ob nicht vielleicht das Zeitbewusstsein als Bewusstsein der Verwandlung des Ichs zu erklären wär, wo die Erinnerung dazu dient den einstigen Zustand als vergangen, als vorüber zu vergegenwärtigen. Demgemäß entstünde das Zeitbewusstsein aus der Diskrepanz, aus der Unterschiedlichkeitverschiedener anderweitig vergleichbarer Gemütszustände, wie etwa die Bilder der Tannenzweigsbewegungen vor diesem Fenster. Die Kinematographie ist reichlicher Beweis dass unterschiedliche Stellungen eines Gegenstandes im Gesichtsfeld als Bewegungen dieses Gegenstandes von der ersten zur zweiten Stellung empfunden, gedeutet werden.