Lieber Herr Nielsen, Dank für Ihren Brief. Ich empfing ihn in dem vor 15 Jahren begonnenen und nun fast fertiggestellten Landhaus auf der Insel Nantucket, wo ich seit einer Woche versuche die letzten Steckdosen zu verbinden und zu verdeckeln. Ein mühsames Unternehmen für mich, der ich, alt und verkrüppelt wie ich nun einmal bin, am Gehbock oder an zwei Stöcken durch diese geräumige, von Sonnenlicht durchflutete Haus stolpere. Das Haus liegt durch 1 Km struppiger Heide vom Strand getrennt, und wenn ich des Morgens vom Bett schon meine Blicke über Heide, Strand, Brandung und Gewelle an den entfernten Horizont streifen lasse, erinnere ich den König in Thule. Was Sie über den Wohnungswechsel, die unvermeidliche Abgabe der geschätzten Bücher erwähnen, meine ich nachempfinden zu können. Das große Wort Mitleid hat viele Dimensionen die wir als wir jünger waren, kaum zu ahnen vermochten. Schreiben Sie mir doch bitte die Daten ihres Weihnachbesuchs nebenan. Vielleicht ergibt sich dabei die Gelegenheit dass wir uns sprechen. Herzliche Grüße an Sie beide. Jochen Meyer