am 26. September 2019 Lieber Jochen, danke für Deine Fragezeichen-Notiz, wohin Deine Gedanken zu wenden seien , wenn sie uns treffen sollten. Seit 9 Tagen wieder nach Kierspe, wo wir problemlos wieder angekommen sind. Ich hatte Dir einen Kartenbrief geschrieben, weiß nicht mehr wann und aus welchem Land, aber jedenfalls schon vor längerer Zeit, und eigentlich hätte er längst angekommen sein müssen, per traditioneller Post. Mit Briefen hat es nicht funktioniert auf unserem neuen Smartphone, um das sich bernd seit einiger Zeit mit wachsendem Erfolg bemüht, aber Texte muss man Buchstaben für Buchstaben erzeugen, das ist mächtig umständlich. Danke, dass Du an uns so intensiv denken woltest! Die baltischen Länder sind doch weit entfernt. Wir wollten unabhängig sein und mit dem eigenen Auto fahren, was sich auch sehr bewährt hat, aber eben dauert. Bis Kiel per Auto, dann auf die Fähre - da wirkte vieles sehr archaisch, umständlich, zeitraubend, umständlich und unfreundlich - ab Kiel 21.00, an Klaipeda am nächsten Tag um 18.00. Und dann waren wir, sehr praktisch, im äußersten Süden dieses Dreigespanns, hatten im Hotel "Memel" gebucht, das war sehr angenehm und freundlich. Ein Abendspaziergang durch die Altstadt und durch das Hafengebiet bei lauer Sommerlust, feurigem Sonnenuntergang auf dem Festungswall, ein paar alte lamerische, schön restaurierte Fachwerkhäuwser, Ännchen von Tharau auf dem Platz vor dem Theater. Überall Kopfsteinpflaster aus groben Granitsteinen. Die Eiszeitgletscher haben unendlich viele Steine in allen Größen herbei geschoben, das war am deutlichsten und hübschesten nachher im Norden von Estland. Der Fußgeh-und Fahrbequemlichkeit war das nicht immer dienlich, aber die Farben sind intensiv und bunt. Am nächsten Tag mit der Fähre auf die Kurische Nehrung, die viel breiter ist als auf der Landkarte erahnbar, und das Haff im südlichen Teil, um Nidda, so uferlos wie die Ostsee. Wir sind im oberen Teil einmal quer über die Nehrung gegangen, Sand, Kiefern, Torfmoos, Rentierflechte, und sind mal kurz eingetaucht in das baltische Gewässer. Genau 2 Menschen weit und breit. Am nächsten Tag dann weiter an der Westküste entlang, nach Norden, zunächst nach Palanga, wo es ein großartiges Bernsteinmuseum gibt, das wir ausführlich bewundert haben. In einem ehemaligen Herrenhaus ,it weitläufigem, einladenden Park. Weiter ging es, nun schon in Lettland, nach Kuldiga, einem sehr gepriesenen Städtchen, das auf uns aber sehr heruntergekommen und trübe wirkte. Das einzige Hotel - ich glaube, es nannte sich Metropol - bat abends, am Morgen nicht zu duschen, sie hätten Probleme. Naja. Aber am Ortsrant gab es eine schöne alte Brücke aus Backstein und im Hintergrund, im flachen Flüsschen, den breitesten Wasserfall - dew Baltikums? Europas? Jedenfalls mühte er sich ziemlich, sein nicht üppiges Wasser möglichst zu verbreiten. Aber ich sprach einen jungen Mann an, etwas ratlos von dem Gesamteindruck, auf Englisch, das können viele der Jüngeren, und traf auf freundliche Berteitwilligkeit, uns möglichst viel zu erklären. Im Sommer kämen viel Deutsche hierher, sagte er, Camper vor allem. Die Gegend ist , gemessen an der sonstiges flachen und manchmal etwas ei nfallslosen Landschaft, durchaus abwechslungsreich. Der Ort muss prächtig ausgesehen haben, aber es brauchte ein paar sehr finanzkräftige und begeistertze Investoren. Alles sehr ländlich. Keine Ahnung, wovon die Leute leben. Nach 1989 sind wohl ein Fünftel der Bevölkerung ausgewandert. Eigentlich sind es immer dieselben Probleme, nur hier verstärkt, begreiflicherweise. Als nächstes steuerten wir Dundaga an (was für ein klingender Name!), mitten in der Nationalpark-Landschaft, nach dem wir in Ventspils (früher Windau) in der ehemaligen Kreuzritterburg ein Museum besichtigt und am Hafen köstlich gespeist hatten. Allmählich wird es zu detailliert, merke ich, wenn dann noch die Moorwege und Moosbeeren und Preiselbeeren, die Pilze und riesig hohen Kiefern und Birken kommen und die Ostseeküste und die einzelnen Unterkünfte, und erst die Städte, erlahmen wir beide. Vielleicht interessiert Dich eine Bemerkung aus meinem Tagebuch, die Menschen betreffend: "Die Bedienung (in Ventspiils) war sehr zuvorkommend, die Kassiererin an der Burg lächelte zauberhaft. Alle Letten, mit denen wir bisher zu tun jhatten, waren sehr gewinnend!" Jetzt unterbreche ich mal, weil mir gerade einfällt, dass ich einen Liebenburger , Klassenkameraden von der grundschule, anrufen wollte, und das geht später nicht. Bis bald! Gertraud. ==================== ob's weise ist. An diesem Lebensabend erscheinen mir unsinnig, absurd, verrückt nicht nur Politik und Gesellschaft, sondern gleichfalls die Inhalte der Natur und Geisteswissenschaften. Diese Erscheiunung ist von besonderer Bedeutung, weil beides, Natur und Geisteswissen sich als endgültig vernünftig brüstet. Entsprechend bie Erscheinung die ich zu erkennen meine, weitere Erörterung, folgendermaßen. Eigentlich nicht unsinnig, ehr widersinnig, insofern dies Naturwissen und dies Geisteswissen, statt sich begrifflich zu bestätigen, die Voraussetzungen die es behauptet, widerlegt. Das Wissen das sprachlich oder mathematisch zum Ausdruck kommt, besteht und wirkt anders als es voraussetzt und behauptet. Widersprüche die erklärt zu werden bedürfen. ======================= am 26. September 2919 Lieber Jochen, danke für Deine Fragezeichen-Notiz, wohin Deine Gedanken zu wenden seien , wenn sie uns treffen sollten. Seit 9 Tagen wieder nach Kierspe, wo wir problemlos wieder angekommen sind. Ich hatte Dir einen Kartenbrief geschrieben, weiß nicht mehr wann und aus welchem Land, aber jedenfalls schon vor längerer Zeit, und eigentlich hätte er längst angekommen sein müssen, per traditioneller Post. Mit Briefen hat es nicht funktioniert auf unserem neuen Smartphone, um das sich bernd seit einiger Zeit mit wachsendem Erfolg bemüht, aber Texte muss man Buchstaben für Buchstaben erzeugen, das ist mächtig umständlich. Danke, dass Du an uns so intensiv denken woltest! Die baltischen Länder sind doch weit entfernt. Wir wollten unabhängig sein und mit dem eigenen Auto fahren, was sich auch sehr bewährt hat, aber eben dauert. Bis Kiel per Auto, dann auf die Fähre - da wirkte vieles sehr archaisch, umständlich, zeitraubend, umständlich und unfreundlich - ab Kiel 21.00, an Klaipeda am nächsten Tag um 18.00. Und dann waren wir, sehr praktisch, im äußersten Süden dieses Dreigespanns, hatten im Hotel "Memel" gebucht, das war sehr angenehm und freundlich. Ein Abendspaziergang durch die Altstadt und durch das Hafengebiet bei lauer Sommerlust, feurigem Sonnenuntergang auf dem Festungswall, ein paar alte lamerische, schön restaurierte Fachwerkhäuwser, Ännchen von Tharau auf dem Platz vor dem Theater. Überall Kopfsteinpflaster aus groben Granitsteinen. Die Eiszeitgletscher haben unendlich viele Steine in allen Größen herbei geschoben, das war am deutlichsten und hübschesten nachher im Norden von Estland. Der Fußgeh-und Fahrbequemlichkeit war das nicht immer dienlich, aber die Farben sind intensiv und bunt. Am nächsten Tag mit der Fähre auf die Kurische Nehrung, die viel breiter ist als auf der Landkarte erahnbar, und das Haff im südlichen Teil, um Nidda, so uferlos wie die Ostsee. Wir sind im oberen Teil einmal quer über die Nehrung gegangen, Sand, Kiefern, Torfmoos, Rentierflechte, und sind mal kurz eingetaucht in das baltische Gewässer. Genau 2 Menschen weit und breit. Am nächsten Tag dann weiter an der Westküste entlang, nach Norden, zunächst nach Palanga, wo es ein großartiges Bernsteinmuseum gibt, das wir ausführlich bewundert haben. In einem ehemaligen Herrenhaus ,it weitläufigem, einladenden Park. Weiter ging es, nun schon in Lettland, nach Kuldiga, einem sehr gepriesenen Städtchen, das auf uns aber sehr heruntergekommen und trübe wirkte. Das einzige Hotel - ich glaube, es nannte sich Metropol - bat abends, am Morgen nicht zu duschen, sie hätten Probleme. Naja. Aber am Ortsrant gab es eine schöne alte Brücke aus Backstein und im Hintergrund, im flachen Flüsschen, den breitesten Wasserfall - dew Baltikums? Europas? Jedenfalls mühte er sich ziemlich, sein nicht üppiges Wasser möglichst zu verbreiten. Aber ich sprach einen jungen Mann an, etwas ratlos von dem Gesamteindruck, auf Englisch, das können viele der Jüngeren, und traf auf freundliche Berteitwilligkeit, uns möglichst viel zu erklären. Im Sommer kämen viel Deutsche hierher, sagte er, Camper vor allem. Die Gegend ist , gemessen an der sonstiges flachen und manchmal etwas ei nfallslosen Landschaft, durchaus abwechslungsreich. Der Ort muss prächtig ausgesehen haben, aber es brauchte ein paar sehr finanzkräftige und begeistertze Investoren. Alles sehr ländlich. Keine Ahnung, wovon die Leute leben. Nach 1989 sind wohl ein Fünftel der Bevölkerung ausgewandert. Eigentlich sind es immer dieselben Probleme, nur hier verstärkt, begreiflicherweise. Als nächstes steuerten wir Dundaga an (was für ein klingender Name!), mitten in der Nationalpark-Landschaft, nach dem wir in Ventspils (früher Windau) in der ehemaligen Kreuzritterburg ein Museum besichtigt und am Hafen köstlich gespeist hatten. Allmählich wird es zu detailliert, merke ich, wenn dann noch die Moorwege und Moosbeeren und Preiselbeeren, die Pilze und riesig hohen Kiefern und Birken kommen und die Ostseeküste und die einzelnen Unterkünfte, und erst die Städte, erlahmen wir beide. Vielleicht interessiert Dich eine Bemerkung aus meinem Tagebuch, die Menschen betreffend: "Die Bedienung (in Ventspiils) war sehr zuvorkommend, die Kassiererin an der Burg lächelte zauberhaft. Alle Letten, mit denen wir bisher zu tun jhatten, waren sehr gewinnend!" Jetzt unterbreche ich mal, weil mir gerade einfällt, dass ich einen Liebenburger , Klassenkameraden von der grundschule, anrufen wollte, und das geht später nicht. Bis bald! Gertraud. ======================== Lieber Jochen, das war eben ein besonderes Telefongespräch, mit einem Schulfreund aus Grundschultagen, wir mochten uns damals schon auf sehr kameradschaftliche Art. Auf dem Weg zur Kirche zwecks Konfirmation, 1955, gingen wir das letzte Stück zusammen - er wohnte kurz vor der Kirche, in Lewe, am anderen Ende des Dorfes -, und ich klagte ihm mein Leid, weil ich plötzlich diese blöden Nylonstrümpfe tragen musste, und er tröstete mich, es sei doch nur dieses eine Mal. Daran habe ich mich immer erinnertt, und er auch, wie sich heute herausstellte. Aber es ging um etwas anderes, um unsere Nachbarn in Liebenburg am Berg, um einen Letten, der mir jetzt wieder einfile in Lettland und über den ich gern mehr wissen wollte. Kurt wusste in der Tat auch mehr, jetzt ist mir vieles klar. Und natürlich kamen wir ins Klönen über alles mögliche andere Liebenburgsche. So, und jetzt nähern wir uns Riga, wo wir 4 Nächte blieben und von wo wir auch einen von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge angelegten Soldatenfriedhof suchten, eines guten Kiersper Freundes wegen. Wir fanden ihn zunächst nicht, fragten in dem weitläufiges Städtchen in der Nähe einen Mann, der unter einem Apfelbaum stand, der versuchte in schwachem Englisch den Weg zu beschreiben, fand das dann zu schwierig und schenkte uns zunächst einen Apfel, setzte sich dann aufs Fahrrad und fuhr im immer strömenderen Regen vor uns her durchs ganze Städtchen, bis das Hinweisschild erschien. Da war er bis auf die Haut nass. Wir waren sehr gerührt. Ich kürze ab. Über Pärnu nach Tallin, herrliche alte Stadt, fabelhaft restariert, voller Menschen, auch noch Tallin-Marathon, zwei Tage liefen wir kreuz und quer durch die Stadt und wurden ein wenig vertraut mit ihr. Dann weiter nach Osten, wieder Nationalpark, Dörfchen Käsmu, dort blieben wir 3 Nächte und wanderten durch Moor und Heide, an der Ostsee entlang, oft mit Blick auf Granitblöcke (dafür ist die Gegend berühmt), an Pilzen und Beeren vorbei, unter himmelhohen Kiefern und Birken, auf herrlich bequemen sandigen Radwegen (für reine Fußgänger gab es Wurzel-und Steinwege), fast ganz allein. Und auf demb Rückweg noch 2 Nächte in Tartu (Dorpat), mit der 1632 von Schwedenkönig Gustav Adolf gegründeten Universität. Sogar einen Theaterbesuch wagten wir, es waren gerade Festspiele. Den englischen Text konnten wir auf einem Tablet verfolgen, aber der Sinn entging uns doch weitgehend. Es habndelte sich wohl um estnische Sagen, um die Geschichte der Esten aus sagenhaften Zeiten bis in eine neuere Ära, mit Fabelwesen und Bären und Frauen, die sich in Bären verliebten. Um Bären rankeb sich ja viele Geschichten. Aber einen echten haben wir nie gesehen, darüber bin ich durchaus froh. In Lettland erlebten wireine Gedenkfeier zum Geburtstag ihres ersten Präsidenten - wir konnten nichts verstehen, ein junger Polizist klärte uns auf -, Chor, viele Menschen mit Blumensträußen, drei junge Leute in Nationaltracht, die die Fahne hielten, alles sehr feierlich. Ach ja, alles am Fuße eines riesigen Denkmals, das dieses Präsidenten darstellte. Immer wieder wurde ein Blumenstrauß abgelegt, und der nächste Redner kam an die Reihe. Ein sehr schönes Gedenke-Mal für ermordete Juden entdeckten wir in Litauen: An einem Hügel standen in lockerem Abstand viele Apfelbäume aus Metall, mit Namen auf jedem Apfel und auif jedem Blatt. Wir haben viel gesehen, viel Geschichte gelernt, Menschen erlebt, das Land beguckt und bewandert. Es war eine durchweg gute Erfahrung. Wir wünschen den Menschen dringend, dass sie sich von all den Schrecken der Geschichte, die ja wesentlich durch Deutsche und Russen verursacht wurden, dass sie frei und lebensfreudig bleiben ud nie wieder Fremdherrschaft erleiden müssen. Bernd ist zur Orchesterprobe nach Lüdenscheid gefahren. Ich habe wieder in der grundschulke angefangen, mehrmals ie Woche eine Stunde, die Kinder sind jetzt im 4.Schuljahr und gehen nächsten Sommer sämtlich auf weiterführende Schule. Meine Kollegin wird pensioniert, und ich höre dann auch auf. Aber bis dahin gibt es noch zu tun. Habe ich übrigens erzählt, dass unsere Gesamtschule, an der wir 1971 angefangen haben, als die Schule ins dritte Jahr gig, dieses Jahr groß ihr 50jähriges Jubiläum feiert? Übermorgen ist das große Fest. Wir hoffen, viele alte Kollegen und auch Schüler wiederzusehen. Sonst gehen wir einfach nach Hause, wir haben es ja nicht weit. So, lieber Jochen, nun ist gut!Ich wünsche Dir einen freundlichen Spätsommer mit viel Farbe und versöhnlichen Gedanken. Möge es Dir so gehen, wie Du es Dir wünschst! Ganz herzliche Grüße, Deine Gertraud und Bernd.