Merkwürdig und bedenkenswert, wie beschränkt das Verständnis des Denkens. Wohl weil der Herdeneinfluss stark, wenn nicht gar überwältigend ist. Insofern ich viele Jahre hindurch meinte das Kriterion des Denkens, - wage ich mich des Wortes Wahrheit in diesem Zusammenhange zu bedienen? - sei das Verstandenwerden als Merkmal der Gültigkeit? Heute Abend meine ich der Sinn des Denkens sei nicht in seiner öffentlichen Bestimmtheit zu suchen, sondern in seiner Bedeutung im Geistesleben des Einzelnen. Vielleicht ist es unvermeidbar, dass am Ende ein jeder eine Sprache lispelt die nur ihm allein bedeutsam ist. So wie, wenn ich zu gehen vermöchte, meine Schritte in meine eigene Landschaft tragen würden, so befördert mein Denken mich in eine eigene Welt. Es ist überflüssig darauf hinzuweisen, dass in dieser Welt die Grenze zwischen Wahnsinn liegt und der Vernunft. Wie das Wandern in den Gefilden der Natur den tiefen wahren Sinn des Außenlebens bestätigt, so bestätigt das Wandern in den Gefilden des Geistes den tiefen wahren Sinn des Innenlebens. Denken heißt geistig lebendig sein.