Lieber Herr Kollege, Ihr Brief erinnert mich ein weiteres Mal an den Dank den wir Rosenthaler Ihnen für Ihre Sorge um uns und all Ihre Bemühungen schuldig sind. Vielen Dank für alles! In Betreff auf ein mögliches Treffen mit Edna und Tzachi Avrahami bieten sich mir folgende Erwägungen: 1) Ich habe gehofft mehrere Wochen im Juli und August in meiner Erltern Haus in Virginia zu verbringen, weiß aber heute noch nicht ob ich den Mut zu einer so weiten Reise aufzustöbern vermag. 2) Vor drei Tagen, war mein 89.Geburtstag. Ich fühle mich sehr alt, vermag auch an zwei Stöcken kaum noch zu gehen. Meine Schwerhörigkeit macht es mir unmöglich mich an Unterhaltungen, wie sie fast unerlässlich sind für das Bekanntwerden mit entfernten Verwandten, zu beteiligen. Einen höheren Grad von Salonunfähigkeit vermag ich mir kaum vorzustellen. Deshalb zögere ich Ihrem Vorschlag, mich mit den Abvrahmis in Verbindung zu setzen, nachzukommen. Andrerseits würde ich mein Bestes tun, Edna und Tzachi eine Begegnung mit mirder Mühe wert zu machen, wenn ihnen daran gelegen wäre. Ihnen und Ihrer Frau wünsche ich Gesundheit, Zufriedenheit, und einen nicht allzu heißen Sommer. Ihr Jochen Meyer