Apollo behauptet und bekennt. Sich zu verwandeln ist göttlich. Auch er sei nicht mehr der alte, der sich den Raub der Cryseis rächte. Auch er hätte gelerrnt die Welt, die Natur, die Menschen, und ja, auch seine Götterkollegen zu lieben. Oder jedenfalls dies leidenschaftlich zu versuchen. Die Beziehungen der Götter zu einander, der Menschen zu einander, zu anderen Lebewesen also Tieren, vielleicht auch Pflanzen sei ein Pandorakasten, a can of worms, dkie nicht mit einem Sonett, mit einem weisen Ausspruch, mit keiner Predigt aufgeräumt zu werden vermöchte. Die Feindschaft zwischen Fremden sei natürlich und verständlich. Die Feindschaft zwischern scheinbar gleichen, die Konkurrenz, gleichfalls verständlich, weil ein Einzelner zu werden den einen von dem anderen trennt und ihn zu einem Konkurrenten, einem Gegner macht. Und doch ist die Monadität wesentlich, ich will nicht sagen ausschließlich, für das Leben von Menschen und Göttern. Euch allen ist vergeben. Mit der Vergebung der Schuld verwandelt sich Vergeltungsethik in Verständnisethik. Das Schauspiel ist zugleich die unwahrhaftigste und die wahrhaftigste menschliche menschliche Tätigkeit als etwa die wahfrhaftige Bestätigung seiner Unwahrhaftigkeit - damit - wie auch in anderer Weise die engste Annäherung an das höchste Gut. Einen Menschen zu lieben und somit zur Gegenliebe zu zwingen, heißt ihn seiner Einsamkeit, seiner Freiheit zu berauben.