Liebe Gertraud, lieber Bernd, wieder einmal ist es an mir Euch für Euern Brief zu danken, und wieder einmal ist es gehörig Euch wegen meines brieflichen Versagens um Entschuldigung zu bitten. Dabei seid Ihr mir, mit den Beobachtungen und Erlebnissen die Ihr so bildhhaft berichtet, und auf den Reisen von denen Ihr mir erzählt, in sehr lebhafter Weise gegenwärtig. Ich denke oft mit Bewunderung an Euch und Euer Leben mit den vielen Freunden das um manches aufgeschlossener und empfänglicher ist als das meine, der ich mich im begrenzten Bereich eigener Gedanken und Gefühle befinde, in einer Innenwelt die zu beschreiben und von der mitzuteilen fast unmöglich ist. Wenn ich von der näheren, von der Familienwelt in der ich lebe berichtete, schiene ich zu klagen. Das will ich nicht. Wenn ich von meinen Gedanken und schriftlichen Bemühungen erzählte, schiene ich zu prahlen, und das will ich auch nicht. Was übrig bleibt ist dass ich wiederhole, wie dankbar ich für Eure Freundschaft bin, und dass ich Euch einen Sommer wünsche in dem Ihr glücklich und zufrieden seid. Euer Jochen