Hab keinen Schimmer weshalb man uns hierher bestellt; Hast Du's? Auch nicht. Weiß aber aus Erfahrung dass die Kleinen es oftmals auch nicht wissen. Lange Weile sag ich mir manchmal, dann aber auch ihr unstetes unvoraussagbares Erdendasein. Sie grapschen nach des Glückes Brüsten, meist vergebens, ohne sich zu schämen und wenn sie soetwas wie Glück erreichten, sie wüssten nicht was damit anzugangen. Das wiederholt der Alte immer wieder, und sagt es wäre ihre Schuld allein. Das sagt ja der Alte immer und immer wieder, Der Alte sagts und wiederholt es wieder, es wäre ihre Schuld. Wir geben ihnen guten Rat, den sie missachten. Denn sie missachten unsren guten (wohlgemeinten) Rat. Wir warnen sie vor ungemachten Fehlern. Sie aber hören nicht und wollen alles besser wissen, ja und noch schlimmer, sie wollen alles selber machen. statt's uns zu überlassen. Von Experten, von Sachverständigen, wollen sie nichts wissen. Die Klugsten unter ihnen aber wollen es wahrhaben, nicht nur dass Schmerz und Leiden nicht nur unvermeidbar, sondern dass sie notwendig sind. Das heiße ich in elegantem Stil, aus der Not eine Tugend machen, die Not in Tugend zu verwandeln. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Die dummen Menschen betonen dann ja auch, sie wollten ewig leben. Sie werden klug und schließlich sind sie dankbar, wenn sie sterben. Du sprichst von sterben. Das Sterben üben sie im Schlaf. Der Schlaf gibt Vorgeschmack vom Tod. Und sieh den dort, den Möchtegern, der übt sich schon im Totsein. Sollten wir ihn wecken? Nein lass ihn nur schafen. Es geht ihm besser so. Geweckt zu sein wär ihm kein Grund zur Dankbarkeit. Gesetzt, er litte unter einem Albdruck? Ja dann vielleicht wär's gut, das geb ich zu. Ich will es tun, wenn nur deshalb. Nein lass es sein. Pfusche dem Alten nicht ins Amt. Das ist nicht unsere Aufgabe. Das Auferwecken ist nicht unsre Pflicht. Sein Schlafen gibt uns außerdem Gelegenheit uns über menschliche Gebrechen, Leiden restlos auszusprechen in einer Weise die unmöglich ist, wenn er mit seinen Klagen und halb-gebackenen Behauptungen immer dazwischen kommt. Die Kleinen haben diesen Fimmel vorauszusetzen dass sie einen Willen haben, der ihre Handlung steuert, dass Tun und Lassen ihnen willentlich, absichtlich und bewusst sein möchte. Glaubst du das? Absichtlich und bewusst ja. Willentlich? Wenn ich dir das beantworten sollte, müsstest du mir voerst erklären, was du damit meinst. Will nicht behaupten dass sie wissen was sie tun, behaupten aber will ich dass sie wissen, dass sie's tun. Was immer es ist. Mich dünkt die Worte Hass und Liebe sind Schlüssel zu den Geheimnissen der kleinen Leben. Da stimm ich zu. Vergiss aber nicht auch nach der Angst zu fragem. Unsre Aufstellung, finde ich, ist unvollkommen. Außer Hass und Angst, vergiss nicht Verzweiflung Neid Eifersucht und Rache, als Eigenarten, Beitrag zu dem Unglück, zum Elend, Unglückseligkeit, zur Traurigkeit der Menschen. Zu viel, wo sollten wir den Anfang machen? Vielleicht wäre der Anfang die Einsicht, das Verstehen dass die aufgezählten schicksalhaften Eigenschaften unvermeidlich und unerbittlich zum Wesen des Menschen gehören nicht anders als das Zugehören des Lebens zum Tod. Das ist die große Dialektik die wir den Menschen beibringen müssen. Es sei denn dass ausgerechnet diese Spannung des Widerspruchs, der Unmöglichkeit ihnen lebensbedingend ist. Ich weiß es nicht. Ja, wenn wir die wir als Göttinen auftreten, entdecken wie wenig wir von den Grundlagen des Menschenlebens wissen, wie können wir dann erwarten dass die Kleinen, die im Wissen viel mehr benachteiligt sind als wir, ihr Dasein vernunftgemäß begreifen und verwandeln? Vielleicht haben wir mit dieser Überlegung, das Lebensrätsel, ich möchte nicht vorschlagen gelöst, aber auf einen anderen Nenner übertragen. Ob sich dieser Nenner ergiebiger oder fruchtbarer erwiese als jener, oder ob der Bruch auf gegebenem Nenner zum Verständnis des Ganzen inkremental stufenweise beitrüge, wer vermöchte das im voraus zu bestimmen? Vielleicht sollten wir dir Fragen die uns entgehen dem Alten vorlegen. Das finde ich, wäre ein Fehler. Der weiß die Antwort ebensowenig wie wir. Betrachtet es aber als unangemessen seine Ahnungslosigkeit zuzugeben. Sein höchstes Anliegen ist seine Glaubwürdigkeit zu bewahren. Ob wir nun mit der Betrachtung der Liebe oder des Hasses den Anfang machen hängt vom Gesichtspunkt ab. Sehen wir die Menschen als zusammenhängende und zusammengehörige Gesellschaft so fragen wir zuerst nach dem, das die Menschen aneinander bindet, also nach der Liebe. Sehen wir aber die Menschen als einzelne mit einander konkurrierende wetteifernde Einzelnen, worum auch immer, dann müssen wir die Kräfte bedenken die sie auseinander treiben und auseinander halten. Wieder einmal ein dialektischer Knotenpunkt der in beliebige Richtungen weist. Ohne dass ich mich zu rechtfertigen vermöchte, entscheide ich mich zuerst die Richtung der Gefühle und Erlebnisse zu bedenken welche die Menschen von einander trennt. Besagt nicht, dass sie zuweilen einander hassen müssen, eben nur, dass es ihnen unmöglich ist, einander zu lieben, wenn nur weil ihr Leben sie zwingt mit einander zu wetteifern, zu konkurrieren, sich gegeneinander zu behaupten, um Feuer, Wasser, Luft und Erde, um Licht und Land, um Lebensmittel, und nicht zuletzt um Gefährten auch solche mit denen sie dann Kinder zeugen, Gefährten mit denen sie dann in wohlwollenden Beziehungen verbunden sind; wenn sie glücklich sind das Leben lang. Der Streit um den Gefährten, zuweilen möchte man es einen Liebeskampf nennen, bezeugt wie sehr der Einzelne den Einzelnen und die vielen Mitmenschen benötigt. Seine Abhängigkeit von ihnen wird unerkennbar, oder jedenfalls übrsehbar und unübersehbar, weil diese Abhängigkeit maßlos ist. So ist es unvermeidbar dass die im Getrenntseinmüssen wurzelnde Abneigung durch sehnsüchtiges Annäherungsbestreben ausgewogen wird. Wir sprachen von Menschen. Gelten unsere Betrachtungen auch für andere Lebewesen? Darüber vielleicht später. Mir scheint der Herr des Hauses der er nun einmal ist, wacht schließlich auf.