The government always lies. Diese Aussage möchte verallgemeinert werden mit der Behauptung, dass die Lüge eine unvermeidliche und unentbehrliche Eigenschaft der Gesellschaft ist, wenn nur weil jeder Einzelne ein ihm eigenes Sprachverständnis hegt, das ihn nötigt sich in einer ihm fremden Sprache auszudrücken, wenn er von seinem Nachbarn verstanden werden will. So erscheint die Lüge als Grenzenerscheinung zwischen dem Innen und dem Außen. Ein Mensch der fast nie lügt, wird fast nie verstanden. Ein Mensch, wie ein Politiker der fast immer "verstanden" wird, ist zur beständigen Lüge gezwungen; und wie es unvermeidlich ist, dass ein Mensch seine eigene Sprache glaubt, so ist es auch unvermeidlich, dass er seine eigenen Lügen glaubt, dass er zum Lügner wenn nicht sogar zur Lüge wird. Das Bedürfnis verstanden zu werden ist die Quelle der existentiellen Unwahrheit, indessen ist das Bedürfnis sich zu behaupten die Quelle der gesellschaftlichen Unwahrheit. Der gesellschaftliche Zwang zu eindeutiger Sprache ist vornehmlich oberflächlich.