Auf der Suche nach Wurzeln von Samtidighed im 17. Jahrhundert komme ich zu Leibniz (1646-1716) im benachbarten Hannover, und dessen „Essai de Théodicée“ (1710) 62 Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs dass wir in der besten alle möglichen Welten lebten. Wären vielleicht in Leibnizens Cosmologie Monadologie (1714) und Theodizee (1710) die Schlüssel zum Verständnis seiner Wissenschaften, besonders seiner Mathematik aufzufinden? Hatte ich vielleicht erwartet einen Pietisten als Seelenbruder Kierkegaards zu finden? Was ich fand aber war nicht historisch, nicht gleichzeitig, sondern scholastisch - außerhalb der Zeit. Ich betrachte beide Schriften, die Theodicee und die Monadologie als unverständlich. Bezweifle nicht dass die Übersetzer aus dem ursprünglichen Französich ins Deutsche und Englische, sich ihres Verständnismangels nicht bewusst waren, und dass sie im guten Glauben bestrebt waren den Sinn des Originals, so wie sie ihn verstanden, in die andere Sprache zu übertragen. Es wäre aber ein Wunder wenn durch derartigen Zwang, Vernunft, Sinn, und Verstehen ermittelt würden. Stattdessen entsteht eine neu Schicht Unbestimmtheit und Durcheinander. Man will sich, man soll sich einreden, überzeugen, dass man versteht was schlechthin unverständlich ist. Man versucht, allenfalls in den vergangenen zwei Jahrhunderten, die Beschreibung, das Erleben, das Bestehen des Gottes mit den Naturwissenschaften zu vereinbaren oder gar aus diesen abzuleiten. Man nennt das natural theology, genauer, Theologie auf naturwissenschaftlicher Grundlage. Dies Bestreben ist, so weit ich es zu erkennen vermag, erfolglos geblieben. Ich mache einen anderen, gewissenmaßen entgegensinnigen Vorlag, man möchte umgekehrt, statt dessen das Verständnis, die vermeintlichen Bestimmtheiten der Naturwissenschaften an der behaupteten Selbstverständlichkeiten der Theologie messen und eichen. Die Gottgegebenheit, die Selbstverständlichkeiten der Theologie wurzeln im Geist des Menschen in dem auch die Wirklichkeitgegebenheit, die Selbstverständlichkeit der Wissenschaften wurzeln. und Wissen schöpfen.