Liebe Gertraud, Dank für Deinen Brief. Wenn ich schreibe, es geht mir gut, möchtet Ihr meinen dass ich einen Witz mache, oder Euch aufziehe, das Gehen, der Zustand der Hüften und der Beine lassen manches zu wünschen übrig. Dessen ungeachtet, bewährt sich Hölderlins Segen, "Heiter und ruhig ist dann das Alter." den ich Euch so oft zitiert habe, gnadenvoller denn je. Damit bekommt meine (und Dostoevskis) Behauptung, der Mensch überlebe indem er sich an alles gewöhne eine weitere Bestätigung. Es mag sein weil ich mich kürzlich per Internet mit Übertragungen verschiedener Opern, wie etwa Arabella und Ariadne auf Naxos (Hofmannsthal- Strauß) unterhalten habe, dass Euer Brief bei mir den Einfall gestiftet hat, wenn ich noch Zeit dazu habe, der Unzahl meiner unbeachteten Schriften ein weiteres Stück zuzufügen, nämlich ein Schauspiel oder ein Opern Libretto mit dem Titel "Die Krötenretter", keineswegs spottend oder mich belustigend, sondern in Anerkennung Eurer sorgenvollen Bemühungen um die armen Tiere, eine Rettungsaktion die mich als ein ergreifendes Sinnbild anmutet, ein Gleichnis für die Hilflosigkeit aller Wesen, Kröten und Menschen einbeschlossen, auf dieser verquerten Erde, von welcher unser hannoverscher Landsmann Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahre 1710, 62 Jahre nach dem Ende des entsetzlichen Dreißigjährigen Krieges, erklärte, nous vivons dans le meilleur des mondes possibles. Um eine so absonderliche Gesinnung zu behaupten, würde auch ich in einer fremden Sprache Zuflucht nehmen. Aus kunstwirtschaftlichen Gründen würde ich vorziehen "Die Krötenretter" englisch zu schreiben, aber wie übersetze ich den Titel ohne das Geheimnis zu verraten?