In diesem Dialog, in diesem Schriftstück, begegnen sich Gegenwart, Vergangenheit, Geschichte, Bühne, Theater, Theologie, Philosophie. Die induktive Deutung: entweder sich von diesem Schriftstück, sein eigenes Verständnis entwickeln lassen, oder dies Schriftstück an eigener Erfahrung, Überzeugung, Glauben taxieren, kalibrieren messen 62a? zu Criton, betreffs Xanthippe: Führ sie nach Haus. gl: Bist Du bei mir, geh ich mit Freuden, zum Sterben und zu meiner Ruh. Für Sokrates war die Begleiting in den Tod nicht seine Frau, nicht seine Freundin, nicht ein Busenfrend, sondern eine Gesellschaft in welcher sich das wirklich Zusammensein der Menschen aufhebt. vgl: Auch in dem Sterben sollst du mir der allerhöchste sein in Tod gefahr ... steh ich dir nah. Mein Jesu ,wenn ich sterbe, so weiß ich dass ich nicht verderbe dein Name steht in mir geschrieben er hat des Todes Angst vertrieben. Immanuel, o süßes Wort! Mein Jesus heißt mein Hort, Mein Jesus heißt mein Leben. Mein Jesus hat sich mir ergeben, Mein Jesus soll mir immerfort Vor meinen Augen schweben. Mein Jesus heißet meine Lust, Mein Jesus labet Herz und Brust. Jesus, du mein liebstes Leben, Meiner Seelen Bräutigam, Komm! Ich will dich mit Lust umfassen, Mein Herze soll dich nimmer lassen, Der du dich vor mich gegeben An des bittern Kreuzes Stamm! Ach! So nimm mich zu dir! Auch in dem Sterben sollst du mir Das Allerliebste sein; In Not, Gefahr und Ungemach Seh ich dir sehnlichst nach. Was jagte mir zuletzt der Tod für Grauen ein? Mein Jesus! Wenn ich sterbe, So weiß ich, daß ich nicht verderbe. Dein Name steht in mir geschrieben, Der hat des Todes Furcht vertrieben. (Die Todesdeutung im Weihnachtsoratorium) Echo Arie 62b? der Selbstmord ist uns verboten, weil wir angeblich der Götter Eigentum sind, und diese die allerbesten Hüter. Die Frage um das Wesen, Sein, um die Existenz der Götter im Rahmen einer "natürlichen Theologie." Ich beantworte diese Frage mit dem Cartesischen cogito; Insofern die Götter "natürlich" wären, gebührte ihnen eine "psychologische" Erklärung, denn meine Psyche ist arche (oder apeiron?) all meiner Erkenntnis, und muss so bleiben. Was ich als "natürlich" als "selbstverständlich" auffasse, ist wovon mich mein Bewusstsein zu jederzeit - oder wäre es nur im gegebenen Augenblick - unmittelbar, gegenwärtig überzeugt. Wie weit in die chronologische Vergangenheit möchte sich ein gegenwärtiges Bewusstsein erstrecken? Ich schlage vor, so weit ich mir der Gleichheit, der Identität eines augenblicklichen Bewusstseins mit einem Vergangenen bewusst zu sein vermag, soweit eine gegenärtiges Bewusstsein von einem Vergangenen ununterscheidbar ist. In diesem Sinne, in dieser Perspektive bewirkt die Beständigkeit der Sprache, besonders der Reim der die Sprache unvergesslich (memorable) macht die Ewigkeit, weil durch den Reim die Gegenwart in eine unbestimmt, wenn nicht gar überhaupt nicht endende Vergangenheit hinausgezogen wird. Theologie auf welcher Grundlage, gehorsam einer (naiven) Verständnisses des ursprünglichen Texts? Gehorsam den verschiedenen Geboten der Kirchenväter? Gehorsam dem zeitgenössischen historischen Verständnis, gehorsam den unechten, ungehörigen Ansprüchen der Naturwissenschaften auf die "Wirklichkeit"? Zu diesem Zwecke verlasse ich mich auf mein spontanes gegenwärtiges unmittelbares Bewusstsein mir die Spanne der Gegenwart zu bestimmen. Verlasse mich auch auf dieses spontane gegenwärtige unmittelbare Bewusstsein um mich auf die Götter denen ich vermeintlich verantwortlich bin, aufmerksam zu machen. Ist es das Gotteserlebnis (Theologie) das den Gott erzeugt, oder ist es das Vernunft-Sprach-Logos Erlenbis des Bewusstseins dem der Gott entspringt? 62a καὶ οὐδέποτε τυγχάνει τῷ ἀνθρώπῳ, ὥσπερ καὶ τἆλλα, ἔστιν ὅτε καὶ οἷς βέλτιον ὂν τεθνάναι ἢ ζῆν, οἷς δὲ βέλτιον τεθνάναι, θαυμαστὸν ἴσως σοι φαίνεται εἰ τούτοις τοῖς ἀνθρώποις μὴ ὅσιον αὐτοὺς ἑαυτοὺς εὖ ποιεῖν, ἀλλὰ ἄλλον δεῖ περιμένειν εὐεργέτην. [64α] ἀποθανεῖσθαι καὶ εὔελπις εἶναι ἐκεῖ μέγιστα οἴσεσθαι ἀγαθὰ ἐπειδὰν τελευτήσῃ. πῶς ἂν οὖν δὴ τοῦθ᾽ οὕτως ἔχοι, ὦ Σιμμία τε καὶ Κέβης, ἐγὼ πειράσομαι φράσαι. κινδυνεύουσι γὰρ ὅσοι τυγχάνουσιν ὀρθῶς ἁπτόμενοι φιλοσοφίας λεληθέναι τοὺς ἄλλους ὅτι οὐδὲν ἄλλο αὐτοὶ ἐπιτηδεύουσιν ἢ ἀποθνῄσκειν τε καὶ τεθνάναι. εἰ οὖν τοῦτο ἀληθές, ἄτοπον δήπου ἂν εἴη προθυμεῖσθαι μὲν ἐν παντὶ τῷ βίῳ μηδὲν ἄλλο ἢ τοῦτο, ἥκοντος δὲ δὴ αὐτοῦ ἀγανακτεῖν ὃ πάλαι προυθυμοῦντό τε καὶ ἐπετήδευον. 64β καὶ ἀληθῆ γ᾽ ἂν λέγοιεν, ὦ Σιμμία, πλήν γε τοῦ σφᾶς μὴ λεληθέναι. λέληθεν γὰρ αὐτοὺς ᾗ τε θανατῶσι καὶ ᾗ ἄξιοί εἰσιν θανάτου καὶ οἵου θανάτου οἱ ὡς ἀληθῶς φιλόσοφοι. Death as separation of body from soul.