Liebe Cristina, Den ganzen Nachtmittag hab ich versucht den achten Band meiner Romanserie, - bis jetzt zu etwa 190 Seiten aufgebläht, fortzusetzen. Aber es gelang mir nicht. War es weil der Stoff mich endlich doch langweilte, war es weil ich in der vergangenen Nacht nur sieben Stunden geschlafen hatte, ich vermochte nicht die Augen offen zu halten, und schlief immer wieder ein, ohne auch nur eine einzige Seite fertiggebracht zu haben. Dann kam Dein liebevoller Brief, und seitdem ich ihn gelesen habe, bin ich wach. Entschuldige bitte die Unverschämtheit der Wortspiele mit Deinem Kosenamen und mit Deinem Nachnamen. Ich verspreche solche Ungezogenheit nicht zu wiederholen. Das Namensmissverständnis spielt in meiner Vergangenheit eine komische, aber keineswegs entscheidende Rolle. Meine Leherinnen und Mitschüler in den Grundschulen in Virginia vermochten nicht "Jochen" auszusprechen. Sie nannten mich Yohan oder Yokum. Das Lehrpersonal der Germantown Friends School mutmaßte der unaussprechbare Name sei meiner Eingliederung in die Schulgemeinschaft ein Hindernis, und hießen mich, ohne um Erlaubnis zu fragen "John". Und als "John" lernte auch meine künftige Frau mich kennen. Der erste Brief mit der Anrede "Dear Jochen" ist May 1, 1950 datiert, fast ein volles Jahr nach unserer entscheidenden Wiederbegegnung am 20. Mai 1949. Am Ende des ersten Kapitels meines Romans "Vier Freunde" hab ich mit dem unliebsamen Namenswechsel abgerechnet. http://home.earthlink.net/~ernstmeyer/freunde/f001.html Betreffs Familienunstimmigkeiten, erlaube mit bitte folgende Feststellungen: 1) Deinem Wunsch vor den Einzelheiten von Meyerfamilien Unstimmigkeiten verschont zu bleiben werde ich Folge leisten, es sei denn dass Du ihn widerriefest. 2) Ich persönlich weigere mich aus Prinzip in irgendwelche Unstimmigkeiten verwickelt zu werden. Ich bin mit meinen Beziehungen zu verschiedenen Familienmitgliedern völlig zufrieden. Ich empfinde die Einsamkeit die ich genieße als Gnade. 3) Familienunstimmigkeiten sind Außenstehenden unzugänglich. In solche Unstimmigkeiten verstrickte Menschen, um sie zu ertragen, um vor sich selber bestehen zu können, vermögen nicht umhin sich in unzuverlässige, romanhafte Beschreibungen und Erklärungen zu flüchten. 4) Um Meyersche Familienunstimmigkeiten zu begreifen müsstest Du sie selbst erleben, ein Vorgang den ich für Dich als überflüssig betrachte; doch denkbar und möglich insofern als die Korrespondenz zwischen Dir und mir, Dich unvermeidlich in meine Familie eingegliedert hat. 5) Der Persönlichkeit meiner Mutter hab ich vor 25 Jahren im 24. Kapitel meines Romans "Döhring" als Bessie, Vorsteherin in einer Bank, ein Denkmal gesetzt. http://home.earthlink.net/~ernstmeyer/andere/kk24.html Der junge Mensch bedarf den Empfang der Liebe seiner Eltern und Geschwister als Schutz gegen eine feindselige Welt. Der ältere Mensch erlebt das Lieben als ein Segnen seiner Mitmenschen, und ins besondere als ein Segnen der eigenen Familie. Solche Liebe bedarf keiner Erwiderung. Der Segen den er spendet ist die Bestätigung des eigenen Ichs. 4 Mose 6:24-26 24 DER HERR segene dich / vnd behüte dich. 25 Der HERR lasse sein Angesicht leuchten vber dir / Vnd sey dir gnedig. 26 Der HERR hebe sein Angesicht vber dich / Vnd gebe dir Friede. 22 Καὶ ἐλάλησεν κύριος πρὸς Μωυσῆν λέγων 23 Λάλησον Ααρων καὶ τοῖς υἱοῖς αὐτοῦ λέγων Οὕτως εὐλογήσετε τοὺς υἱοὺς Ισραηλ λέγοντες αὐτοῖς (καὶ ἐπιθήσουσιν τὸ ὄνομά μου ἐπὶ τοὺς υἱοὺς Ισραηλ, καὶ ἐγὼ κύριος εὐλογήσω αὐτούς) 24 Εὐλογήσαι σε κύριος καὶ φυλάξαι σε, 25 ἐπιφάναι κύριος τὸ πρόσωπον αὐτοῦ ἐπὶ σὲ καὶ ἐλεήσαι σε, 26 ἐπάραι κύριος τὸ πρόσωπον αὐτοῦ ἐπὶ σὲ καὶ δῴη σοι εἰρήνην. 24 The Lord bless thee, and keep thee: 25 The Lord make his face shine upon thee, and be gracious unto thee: 26 The Lord lift up his countenance upon thee, and give thee peace. Verstehst Du, Cristina? fragt Dich Dein Jochen