Liebe Cristina, Dein Brief hat mich gefreut. Hab vielen Dank. Auch ich wünsche Dir ein erfreuliches frohes Weihnachtsfest, ohne Traurigkeit und ohne Enttäuschungen. Es ist vielleicht anmaßend von mir Dir zu sagen, dass mir meine Aufgaben des Schreibens vergleichbar erscheinen mit Deinen Aufgaben Deiner Musik. Im einen Falle wie im anderen, müssen wir das Stück das uns aufgegeben ist, sei es nun Musik, oder sei es ein Brief, einüben, müssen mit seiner heutigen Gestalt vertraut werden; denn dass wir uns, und unsere Aufgaben sich, von Woche zu Woche und von Monat zu Monat verwandeln, ist doch selbstverständlich. Bitte versteh mich nicht falsch, es ist weder Bitte noch Klage, wenn ich Dir schreibe, dass die Briefe die ich ab und zu von Dir bekomme mein Denken und Fühlen, und meine Vorstellungen von Dir beeinflussen, um so mehr insofern ich ein einsames, einsiedlerisches Leben führe, wo oftmals Tage vergehen in denen ich keinem begegne, mit keinem spreche, und meine Welt mir zum Spiegelbild der Erinnerung und der Arbeit wird. Ich wünsche Dir viel Freude, Zufriedenheit und Gesundheit im Neuen Jahr. Möglicherweise, in ein paar Tagen, nach weiterem Nachdenken, ergänze ich diesen Brief. Inzwischen hab vielen Dank für Dein wunderbares Weihnachtsgeschenk: "eine feste imaginäre weihnachtliche Umarmung aus LA." Dein Jochen