Lieber Herr Nielsen, Vielen Dank für Ihren Besuch und für das Buch über Mendelssohn, das mich zu weiterem und tieferem Denken anregt, ins Besondere über das Verhältnis von Musik und Sprache. Meine leidenschaftliche Liebe zur Musik war nicht genug. In Beziehung zu ihr, bin ich ein enttäuschter Liebhaber geblieben, bei jeder wiederholten Begegnung aufs Neue entzückt und enttäuscht. Das kleine Buch von Peter Gülke wirkt wie ein Spiegel der mir zeigt wie es um uns steht, und mich erinnert wie es mit uns sein könnte. Unser Gespräch war sehr anregend für mich. Ich habe den restlichen Tag damit verbracht die Themen die uns beschäftigten weiter zu bedenken und eingehender zu beschreiben, mit der Frage ob nicht vielleicht der kategorische Imperativ am bündigsten als Sublimierung des Herdenbewusstseins im Gemüt des Einzelnen gedeutet werden möchte. Ihnen, Ihrer Frau, und Ihrer Familie, nachbarliche Grüße und Wünsche für alles Gute zu Weihnachten und zum Neuen Jahr. Jochen Meyer