Wirklich Ich blicke zurück und erkenne dass die Vergangenheit unerreichbar und unbegreifbar ist. Ich blicke voran und erkenne dass die Zukunft unerreichbar und unvorhersehbar ist. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Wirklich Ich blickte hinaus, da sah ich ein Bild verschwindend und ewig veränderlich Ich blickte hinein, da sah ich nur mich Da war nichts zu seh'n als ein leeres Gefild. Ich blickte zurück, das einst mir bekannte das wirklich erschien, liegt jetzt mir so fern Ich blickt' in die Zukunft, ein leuchtender Stern den ich zuletzt als ein Irrlicht erkannte. Die Gegenwart einzig verbleibt mir getreu Weihnachten stets und doch ewiglich neu. Darüber ein Kreuz das Vergessen verschmäht Ich erwache in Angst. Nun ist es zu spät. yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy Vergangenheit liegt mir so fern. Voran in der Zukunft, ein täuschneder Stern Ich blick voran und ernenne Die Zukunft mein leuchtender Stern. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Verewigung Ich blicke zurück und stelle die Frage, Über das Leben blick ich zurück, da kommt mir die Frage, Über mein Leben blick ich zurück, da stellt sich die Frage, wär das Vergangene irgendwie noch erreichbar? wär irgendwie noch erreichbar vergangenes Sein? [und frage ob es erreichbar ist,und wenn,] mit welchem Instrumentar, wär es schließlich zu fassen? mit Gefühlen vielleicht, mit Ahnungen oder mit schauriger Angst? mit Worten vielleicht, mit Reue oder mit Sehnsucht und bin ich glücklich, warum nicht mit Dankbarkeit bin ich nicht glücklich, drum also mit Dankbarkeit Du rufst das Verständnis zu Hilfe aber umsonst, Das Verständnis zu Hilfe aber ruftst du umsonst Das Verständnis rufst du zu Hilfe umsonst denn was du jeweils begreifst ist eben nur nichts als vertarntes Jetzt das dich täuscht und verführt. als eine vertarnte Gegenwart die dich täuscht und verführt. Die Worte, die Sprachen sollten dir helfen Worte und Sprachen sollten dir helfen aber auch sie sind nichts als verdecktes Hier. Wechseln sie nicht von Jahr zu Jahr wenn nicht sogar von Stunde zu Stunde? Wo sollte der Halt da, wo die Verlässlichkeit bleiben? Das Bild, das verbotene rufst du (ruf ich) zu Hilfe Photographieren ist schnell und ist mühlos vollbracht (getan) Das Bild das jahrtausende Lang dem Gotte zum Trotz dessen heilige Weisung mockiert und verhöhnt, was ist aus dem Bilde geworden? der Gott bleibt bestehn. Das Bild zeigt nichts als sich selbst. Nichts als die Maske des Mädchens, der Frau, der Geliebten. Nichts als die Maske des Todes so sehr. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Ende des Lebens Die Zahl entschwund(e)ner (verfloss(e)ner) Lebens Tage die jetzt vergangen sind, ließe sich zählen Wie lange noch, das ist die heikle Frage wie lang ich bleiben muss darf ich nicht wählen. Es zu beenden wäre mir versagt Es zu beenden versagt mir wäre aus Gründen von vielleicht vertarnter Feigheit Gar einfach wär's das Leben zu beenden ob's feige wäre oder klug Es steht mir frei die eigene Geschichte nach eigenem Gutdünken zu erfinden doch der Gefahr zu meinen Gunsten zu entstellen =================== Die Sprache ist gefährlich, lass dich von ihr nicht in selbstgesäter Täuschung fangen. Die Welt die sie dir baut ist eine Falle darin dich Selbstzufriedenheit verfängt zermürbt. der Selbstgenügsamkeit Selbstzufriedenheit die dich beschämt beschämend sturrer selbstzufriedenheit Die Sprache baut die Welt von Idealen darin zuhaus zu sein du wähnst xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Ende des Lebens Die Zahl entschwundner (verflossner) Lebens Tage die jetzt vergangen sind, ließe sich zählen Wie lange noch, das ist die heikle Frage wie lange ich bleiben muss darf ich nicht wählen. Das Leben enden wäre mir versagt aus Gründen von (vielleicht) vertarnter Feigheit Ich hätte nicht danach gefragt ... Gar einfach wär's das Leben zu beenden wenn sich nicht viele Gründe fänden ob's feige wäre oder klug Es steht mir frei die eigene Geschichte nach eigenem Gutdünken zu erfinden doch der Gefahr zu meinen Gunsten zu entstellen =================== Lebenswinter Bald wird es anfangen zu schneien Bald wird der erste Schnee die Erde decken es schlummern längst die Sträucher die erwecken die Sträucher wird die Frühlingssonn' erwecken das eigne Leben stirbt verhüllt in Schnee Das Schneien hat noch nicht begonnen die letzten matten schrägen Sonnenstrahlen durchfluten jetzt der Bäume kahle Äste Gerüst der kahlen Bäume erwärmen kaum der Blätter dürft'ge Reste und spielen auf der Blätter dürft'gen Reste Das Leben ist vorbei, liegt hinter mir wie alles andre ist es fortgezogen xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Einübung Der Geist muss sich wie in alles andere, ins Sterben einüben. Muss die Angst vor dem Tode überwinden. Der Schlaf ist die große Einübung in den Tod, ins Sterben. Einübung ins Leben, ins Christentum, ins Sterben. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Wahrlich Wie bös' wir Menschen sind ist nicht zu fassen. Wir uns verachten und einander hassen. Denn Nächstenliebe ist ein eitler Traum, verschmückend Marzipan am Weihnachtsbaum. Bei dem Versuch die Lebenswelt zu richten, wir tugendhafte Ethik uns erdichten. Mit grauenhafter Strafe gehn wir um wie mit erlösendem Viatikum. Der Eintritt in das paradiessche Leben erkauft der Schmerz den wir den Tieren geben. Wir unterscheiden zwischen Mensch und Tier, uns Leiden zu ersparen: nur nicht wir! All unsre Geistigkeit ist ein Betrügen womit wir uns und unsren Gott belügen.