Das Leben nennt der Derwisch eine Reise. Das wusste nicht nur der Derwisch, das wussten auch Nathan und Lessing. Und ich, ich weiß es auch; hab's aber gelernt nicht von Worten, nicht aus Buechern sondern von der Reise selbst. Die Welt als Vorstellung ist die vorgestellte, die idealisierte Welt die der Einzelne erlebt, durchlebt und überlebt, - ein Vorgang, ein Vorgehen dass ihn, den Einzelnen verwandelt, so dass er zunehmend ein Teil von dieser Welt wird; will sagen, dass sein Ich, dass seine Subjektivität sich zunehmend an die erlebte, durchlebte, überlebte Welt anpasst, assimiliert, sich ihr angleicht, und somit ein Teil von ihr wird. Das Schicksal der Seele ist vergleichbar mit dem Schicksal des Leibes, denn beide werden sie zu dem Element aus dem sie entstanden. Der Leib wird zur Asche, die Seele aber wird zu Geist verewigt, wird also, dem Edenverbot zum Trotz, nein, nicht zum Göttlichen, sondern zu Gott. Ich wage vorzuschlagen: Im Tode wird objektiv der Leib zu Nichts, will sagen zu objektiv Subjektivem; im Tode wird subjektiv der Geist zum All, will sagen zu subjektiv Objektivem. Unsinn, oder ein Spiel mit Worten, oder mehr als ein Spiel. Im ganzen – haltet Euch an Worte! Dann geht Ihr durch die sichre Pforte Zum Tempel der Gewißheit ein.