Liebe Cristina, In Deinem Beruf bist Du längst mit dem Nachklang vertraut geworden, oder bilde ich ungebildeter es mir ein, dass wenn Du den Bogen von den Saiten hebst, der sterbende Ton mit einem zarten, fast möchte ich sagen heiligen Nachklang begleitet wird. Inwiefern dieser Nachklang vom Instrument ertönt, im Raum, im Ohr oder gar im Gemüt, wenn nicht von allen, wüsste ich nicht zu sagen. Bediene mich dieses Beispiels als Erklärung für mein weiteres Schreiben, dass Du als einen zugegeben vielleicht unliebsamen Nachklang meines Lesens Deines Briefes deuten magst. Das Thema der möglicherweise krankhaften, zerstörerischen Vergesellschaftung lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Wir wollen nicht wahr haben was in der Bibel steht, etwa 1 Samuel 15: 1SAmuel aber sprach zu Saul / der HERR hat mich gesand / das ich dich zum Könige salbete vber sein volck Jsrael / So höre nu die stimme der wort des HERRN. 2So spricht der HERR Zebaoth / Jch habe bedacht was Amalek Jsrael thet / vnd wie er jm den weg verlegt / da er aus Egypten zoch. 3So zeuch nu hin / vnd schlag die Amalekiter / vnd verbanne sie mit allem das sie haben / Schone seiner nicht / sondern tödte beide / Man vnd Weib / Kinder vnd Seuglinge ochsen vnd schafe / camel vnd esel. 4SAul lies solchs fur das Volck komen / vnd erzelet sie zu Telaim / zwey hundert tausent Fusuolcks /vnd zehen tausent Man aus Juda. 5Vnd da Saul kam zu der Amalekiter stad / macht er einen Hinderhalt am bach. 6Vnd lies dem Keniter sagen / Gehet hin / weichet / vnd ziehet er ab von den Amalekitern das ich euch nicht mit jm auffreume / Denn jr thatet barmhertzigkeit an allen kindern Jsrael / da sie aus Egypten zogen. Also machten sich die Keniter von den Amalekitern. 7DA schlug Saul die Amalekiter van Heuila an /bis gen Sur / die fur Egypten ligt. 8Vnd greiff Agag der Amalekiter König lebendig / vnd alles [157b] Volck verbannet er mit des schwerts scherffe. 9Aber Saul vnd das volck schonete des Agag / vnd was gute Schaf vnd Rinder / vnd gemestet war / vnd den Lemmern / vnd allem was gut war / vnd woltens nicht verbannen / Was aber schnöde vnd vntüchtig war / das verbanneten sie. Wenn ich's recht verstehe, hat unser Gott, vermutlich in einer privaten heiligen Wanseekonferenz mit sich selbst den Völkermord der Amalekiter beschlossen und verordnet. Dieser Befehl war laut der Bibel durchgefühhrt. Jedoch wurde vom zuständigen Heereführer vermutlich aus wirtschaflichen Erwägungen die Besten der Schafe und Rinder am Leben gelassen. Also nicht wegen Barmherzigkeit an Menschen, sondern Barmherzigkeit an Tieren war weswegen der Herrgott zürnte. Weiter zu lesen, weiter zu denken sollte kaum nötig sein.