Lieber Herr Nielsen, wenn ich heute Abend, fast am Ende, versuche meine Bemühungen um die sogenannte Philosophie welche sich über die Spanne eines langen Lebens erstrecken zusammenfassend zu begreifen, so komme ich zu dem vorläufigen Beschluss - vorläufig weil das Leben so lange es währt als vorläufig betrachtet werden muss, dass verlässlich nur, oder jedenfalls am wenigsten unverlässlich, das momentane Erleben des Einzelnen ist, ein Erleben das seinem Wesen gemäß nicht mitteilbar ist, und dass sich wegen seiner Unmitteilbarkeit dem Universitätswesen vorenthält, da es in keinen Büchern, in keinen Vorlesungen veröffentlich zu werden vermag; höchstens an blasse Andeutung als Weiser in Gedichten die sich der Beschreibung und Analyse entziehen. Heute Nacht dünkt mich der akademische Philosophiebetrieb als ein gekünsteltes Spiel mit sinnlosen Worten. Oder scheint es mir so weil es mir nicht gelingen wollte diese Worte kunstgerecht auszulegen uns zu verstehen?