Die Wirksamkeit, die Überzeugungskraft, persuasiveness, Verführungsfähigkeit eines Gedichts, ist Folge nicht nur seiner sprachlichen Gestalt, sondern auch in ungeahntem Maße seiner gesellschaftlichen Annehmbarkeit. Die Ursachen der Annehmbarkeit bleiben unklar; sie sind keineswegs selbstverständlich. Am Ende erscheint Dichten wie ein wählerisches Sprechen, das an sich weder gut noch schlecht ist. Das verstanden wird oder nicht verstanden wird, oder missverstanden wird. =============== Es gibt zwei Lösungen zu dem Kiergegaard Rätsel, dass die Subjektivität die Wahrheit sei. Die erst und geläufige Lösung ist die Voraussetzung, dass auch die Subjektivität "objektiv" umzudeuten und zu verstehen sei, und somit die Voraussetzung dass die Subjektivität die Wahrheit sei zu widerrufen mit dem Beschluss, dass die Subjektivität nicht die Wahrheit, also dass sie die UNwahrheit sei. Die zweite Lösung besteht in einer Erweiterung und besonders in eine Vertiefung des Begriffs Subjektivität, mit dem Ergebnis, dass die Subjektivität die Objektivität einbeschließt; ins Besondere, dass meine Wahrnehmung, meine Anerkennung, meine Erklärung jeglicher Objektivität unvermeidlich eine subjektive Wahrnehmung, Anerkennung, Erklärung sein muss; dass die objektive Welt der Sachen und Dinge mit meinem Verständnis subjektiviert wird und dass mein Verständnis wenn nicht den Unterschied so dennoch den scheinbaren Widerspruch von Subjektivität und Objektivität auflöst und überwindet.