Liebe Margret, Dank für Deinen Brief, den ich erst jetzt beantworte, weil ich während der drei jüngst vergangenen Tage die ich in Minneapolis verbracht habe so beschäftigt war, dass ich keine Gelegenheit hatte meinen Rechner auch nur anzuschalten, und meine e-mail erst jetzt, nach der Rückkehr um zwei Uhr morgens in Empfang nehme. Du bietest mir Bücher an, mit dem Bedürfnis Deinem Wohlwollen mit einem Geschenk Ausdruck zu verleihen. Dafür bin ich Dir in mehr als dem gewöhnlich oberflächlichen Sinne dankbar, und ich schäme mich doppelt, erstens Dich zu bitten mir kein Buch zu schenken, und zweitens Dir zu bekennen, dass ich dermaßen in mein eigenes Schreiben verstrickt bin, dass ich es mir nicht erlaube mich durch das Lesen anderer Bücher, und durch das unvermeidliche Einarbeiten in fremdes Erleben ablenken zu lassen. Das betrachte ich als ein tiefst beschämendes Bekenntnis; aber ich weiß mir nicht zu helfen. Will jetzt ins Bett und nach der anstrengenden Reise ausschlafen. Ich verspreche Dir in den nächsten Tagen ausführlicher über meinen abenteuerlichen Besuch in Minnesota zu erzählen. Inzwischen wünsche ich mir Gute Nacht, und Dir, Guten Morgen. Jochen