Träume sind wortlos, sind unterhalb oder überhalb der Sprache. Das Ziel des Denkens (?Philosophie?) ist sich selbst in aller Wirksamkeit so vollständig wie möglich zu begreifen und zu beschreiben. Widersprüchlicher Weise bedarf dieses Begreifen und Beschreiben eben dieselbe Sprache die dieses Begreifen und Beschreiben verbaut und verhüllt. Die Sprache scheint zwar das Denken erschöpfend zu erklären; doch dies ist nicht der Fall, denn es ist das Denken der die Sprache hervorruft, bestimmt und sinnvoll macht. Gestern Nacht hatte ich einen Traum. Ich saß auf einem Heizkörper der in einiger Entfernung vorm Fenster stand and dem ich arbeitete. Ich rutsche von meinem Sitzplatz und fiel zwischen Fensterbank und Heizkörper, tiefer und tiefer, denn der Fußboden dessen Bestand ich voraussetzte existierte nicht, ich fiel tiefer und tiefer wortlos, es gab weder halt noch Boden. Schließlich wachte ich auf. Dies ein Muster des Denkens als des dynamischen Verhaltens der Vorstellungen zu einander. Dies dynamische Verhalten geistiger Gebilde in allen Dimensionen, in allen Erlebens- und Erfahrungsbereichen zu ahnen, zu erkennen, zu beschreiben, vielleicht zu berichtigen heiße ich Philosophie. Die eigentliche Aufgabe der "Philosophie" wenn es sie gibt, ist den subjektiven (und vielleicht objektiven) Gedankenhaushalt des einzelnen Menschen zu erklären und zu verstehen, und auf Grund dieser Erklärungen und Verständnisse den Geisteshaushalt der Gesellschaft und darüber hinaus, das Verhalten der organischen und inorganischen Natur wie sie dem Einzelnen (und der Gesellschaft) zugänglich ist. Eine entscheidende Frage ist, inwiefern ich meine Gesellschaft und meine Welt zu begreifen vermag, unabhängig und ungeachtet des Verständnisses meiner selbst, older ob, wie ich es vermute, das Verständnis meiner selbst Vorbedingung und Grundlage meines Verständnisses von allem anderen , - von meiner Welt, und von einer oder vielen fremden Welten sein möchte.