Beim wiederholten Überlesen des Briefwechsels zwischen Margaret und mir, wird's klar dass ich mein Leben, mein Erleben, nur im Rückblick begreife, dass ich die damalige Gegenwart zwar einzigartig erlebte, mir aber dennoch heute unbegreifbar ist; das Einzige was ich begreife ist unvermeidlicher Weise vergangen, und als Vergangenes außer in meinem Gemüt unerreichbar, und dementsprechend unvermeidlich unwirklich ist. Bedeutete das nicht dass es "unter dem Strich" eine begreifbare Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Denn die Gegenwart begreife ich nicht; begreifen tu ich immer nur die Vergangenheit, und die ist, ihrem Wesen zufolge unerreichbar. Wirklich ist, wirklich wird, nur was ich tue, - nicht wegen des Tuns Abänderung der Außenwelt, sondern wegen des Tuns als einziges Begreifen meiner Welt und meiner Selbst in der Gegenwart. Mit meiner Handlung, d.i. mit meinem Vorhaben bin ich in die wirkliche, in die werkliche Welt verstrickt, wie in keiner anderen Weise. Nun frage ich mich ob nicht in gewissem Sinne mein Erleben des Vergangenen, meine begreifende Wiederholung, recapitulation, ein wirkliches, gegenwärtiges Erfassen der Vorstellung von etwas unwirklich Unerreichbarem sein möchte? So etwa der Mythos der das Vergangene in der Vergegenwärtigung verwirklicht.