Sehr geehrter Herr Kollege, Dank für Ihren Brief vom 28.4.2017. Entschuldigung für die sofortige Antwort. Hab viel über Ihren Brief nachgedacht. Mein 87 Jahre altes Gedächtnis ist ein Sieb geworden, das übermorgen, wenn nicht schon morgen, leer sein wird. Deshalb, eh es zu spät, dieser Brief. Entschuldigung für eine weitere unwesentliche Berichtigung zu Ihrer Rosenthal Genealogie. Meine Großmutter Elfriede (Rosenthal) Meyer ist nach dem Tode ihres Ehemanns zu uns nach Braunschweig gezogen, und ist nicht in Oerlinghausen sondern in Braunschweig, 1934, gestorben, so viel ich weiß, an Agranaluzytose infolge einer Reaktion auf "Pyramidon", dessen toxische Nebenwirkungen damals noch unerkannt waren. Dieses Wochende hat mein Sohn in seinem Krankenhaus "Dienst". He is "on service." Ich beabsichtige ihn nächste Woche zu bitten, mir mit einer Zusammenstellung einschlägiger Bilder und Dokumente zu helfen. Bald danach werde ich anfangen diese Funde Ihnen schrittweise zu übersenden, bedacht Sie nicht mit Überflüssigem oder Unerwünschtem zu behelligen. Ihre Feststellung:"Sie können ein Mittelpunkt des geplanten Werkes werden." beängstigt mich, denn ich fürchte als solcher würde ich ihre Arbeit unmöglich machen. Bin lebenslang in meinem Denken Reden und Schreiben übermäßig anspruchsvoll gewesen, hab mir meine eigene Gedankenwelt gezimmert, die ich in sechs Bänden veröffentlicher Romane beurkundet habe, ein siebter fast zum Druck bereit, ein achter im Werden; in einem Zyklus von 195 Sonetten, in einem unveröffentlichten Briefwechsel von weiteren sechs Bänden oder mehr. Welch eine Last! Wer soll denn das alles lesen oder gar bedenken? Ich schäme mich es Ihnen überhaupt nur zu erwähnt zu haben. Es ist mir eine Freude Ihnen bei ihrer Arbeit behilflich zu sein, aber anderweitig sollten sie mich übersehen, wie eine Gefahr, wie Jakob Rosenthals verlorenen Sohn, - der Ihnen dennoch seine kollegialen Grüße sendet. Jochen Meyer