Sehr geeherter Herr Kollege Busch, Mein Sohn hat mich gebeten Ihren Brief vom 26.4. zu beantworten. Erstens, herzlichen Dank für Ihr Schreiben! Sie fragen nach meiner Kusine Marion Namenwirth, Tochter von Fritz Meyer, und Enkelin von Joe(l) und Elfriede Meyer, nee Rosenthal. Ihre Adresse: Marion Namenwirth:1627 Carl St, #16;St. Paul MN 55108:Telephon, 651-645-7260 namenwir@umn.edu - Sie versteht Deutsch, aber spricht und schreibt Englisch. Marion ist in der University of Minnesota Medical School tätig. Wenn wie uns telephonisch unterhalten, scheint sie mit ihrem Leben sehr zufrieden. Sie ist ein Mensch der nie klagt. Sie schrieben: "Inzwischen habe ich die von Ihnen geschickten umfangreichen Unterlagen durchgearbeitet; sie sind so interessant, daß sie einen großen Teil meines geplanten Buches einnehmen werden. Jetzt bitte ich Sie um Ihre Genehmigung, die Teile zu veröffentlichen, die noch nicht publiziert sind (z.T. ja durch das Stadtarchiv Braunschweig)." Meinem Verständnis gemäß handelt es sich um die Schriftstücke welche ich an meinem Netzort http://home.earthlink.net/~ernstmeyer unter der Rubrik "Auswanderung" gespeichert habe. Hiermit gebe ich Ihnen Erlaubnis zur Veröffentlichung dieser Schriftstücke unter Vorbehaltung meiner anderen Urheberrechte. Erlauben Sie mir eine unwesentliche Berichtigung: Beide meiner Eltern starben in ihrem geliebten Haus in Konnarock, Virginia. Konnarock ist eine gemeindefreie Ortschaft und hatte bis etwa 1950 sein eigenes Postamt. Seitdem ist es in den Postbezirk Damascus, VA 24236 eingegliedert mit der Adresse 20287 Coolgreen Road, ein Feldweg mit keineswegs 20.000 Adressen sondern lediglich drei anderen Häusern, ein Weg der vor etwa 35 Jahren, als aus rechnertechnischen Gründen alle Straßen und Wege mit Namen versehen werden mussten, von Bezirksbeamten willkürlich benannt wurde. Ich stelle mir folgende Unterhaltung in der Straßenkanzlei vor: "So what are we goin' to call that road where those German Jews live?" "Let's call it 'Coolgreen', that sounds like a nice Jewish name. They'll like that." In Ihrem ursprünglichen Brief an meinen Sohn, baten Sie um Beiträge, Bilder, Dokumente, Briefe und dergleichen. Tatsächlich haben wir bis auf die Liebesbriefe meiner Mutter, welche sie eigenhändig zerstörte, alle Briefe, alle Dokumente erhalten, in vielen Pappkartons auf dem trockenen Dachboden aufbewahrt, und unzählige Photographien, alles bis jetzt nur zum Teil in den Rechner eingegeben. Ich kann keine Auswahl treffen, weil ich mir von Ihrem geplanten Buch noch keine Vorstellung machen kann. Bitte scheuen Sie nicht mit Fragen und Bitten. Es ist mir eine Freude an Sie zu schreiben. Ihre Frage ob ich noch lebe, beantworte ich, indem ich unterzeichne, Mit freundlichen Grüßen, Jochen Meyer