Schopenhauer hat recht: Die Welt ist Vorstellung und Wille. Welch ein begeisteter (inspired) Hinweis auf die endgültig wahre Subjektivität meines Verständnisses von der Welt. Und wie merkwürdig unerkannt geblieben;von Kierkegaard scheinbar gänzlich übersehen; mit so weitreichenden Folgen nicht nur für das Wissen, sondern für die Art und Weise des Wissens; von keinem Schopenhauer Bewunderer, nicht Nietzsche und nicht Thomas Mann verstanden wie ich es zu verstehen meine. Und am Ende, frage ich mich, vielleicht sogar nicht verstanden von Schopenhauer selbst. Wie wäre ihm sonst jene Preisschrift an die Norwegische Akademie über die Willensfreiheit. Wenn die Vorgänge in der Welt (nur) verständlich werden als "mein Wille", wie sollte es dann möglich sein, dass der Wille "frei" wäre? Ich deute die schopenhauerische Formel von Welt, d.h. von der objektiven gesellschaftlich gemeinsamen Welt, als MEIN Wille und MEINE Vorstellung als Subjektivierung, als Beziehen dieser Welt in den den Bereich des eigenen Geistes, des eigenen Denkens und Fühlens. Mit anderen Worten als Subjektivieren des Objektiven. Ein besonderes Problem dieser Erkenntnis ist dass sie verleitet, wie all andere Erkenntnis zur Darstellung als objektive Erscheinung, als objektives Phänomen; und dass sie durch eben diese Darstellung widerrufen wird, und durch die inbegriffene Widerrufung unglaubwürdig. Die Formel "Welt als Wille und Vorstellung" möchte als ein Zeiger, ein Weiser, ein Pointer, ein Verweis auf eine Betrachtungsweise die sich nicht objektiv beschreiben lässt, die verlangt wie der Vortrag einer Musik, eingeübt und ausgeübt zu werden, und im Allgemeinen der Beschreibung undurchdringlich, auf andere Weise bezeichnet, beschrieben, demonstriert zu werden. Ein geistiges Verhalten das der üblichen sprachlichen objektiven Bestimmung und Feststellung widersteht.