Liebe Ariadne, lieber Marco, Noch einmal Dank für Euern Besuch. Hier renkt sich das Leben in die gewohnten Bahnen ein. Der Schnee der am Tage vor Eurer Abreise fiel fängt langsam an zu tauen. Cristina ist wie geplant, gestern, am Montag, abgeflogen. Nathaniel hat sie zum Flughafen gebracht. Euer aller Besuch lässt nun das Leben in einem etwas geklärten Licht erscheinen, und scheint auch die Schreibversuche mit denen sich meine Tage abwickeln zu begünstigen. Das schöne Buch mit den einladenden Bildern von Wien hab' ich auf dem vorsichtig sauber gewischten Küchentisch liegen. Ich schaue es mir vor jeder Mahlzeit an wie ein Gebetbuch, und wünsche mir dass es im Sommer möglich sein wird Euch zu besuchen, und so gut ich kann, ein wenig durch die Straßen Wiens zu humpeln. Jetzt ist es zu früh Voraussagungen zu wagen. Ich werde Euch über mögliche Pläne die sich entwickeln Bescheid geben. Ich meine zu verstehen, dass Euch das Schreiben nicht so leicht fällt wie mir und erwarte auf keinen meiner Briefe, diesen einbeschlossen, eine Antwort; sende Euch umso mehr die herzlichsten Grüße. Jochen