Liebe Margret, Vielen herzlichen Dank für Deine Einladung an Nathaniel. Ich hab vor kurzem mit ihm telephoniert, hab ihm gesagt dass auch er sich bei Dir per Email bedanken soll, dass aber ich Dir die wesentliche Mitteilungen machen werde, erstens um ihm die Mühe des detailerten Schreiben abzunehmen, aber ins besondere um Euch die Arbeit die Ihr Euch um ihn macht, so weit wie möglich zu verringern, und nach Möglichekeit Unbestimmtheiten und Missverständnissen zuvorzukommen. Nathaniels wesentlichen Termine sind: die erste Probe am Dienstag, den 26.01.2016, ab 13:30 Uhr und falls diese erfolgreich verläuft, die zweite Probe am Mittwoch, den 27.01.2016, ab 10:00 Uhr. Ich hab Nathaniel angewiesen, und er hat mir versprochen, Dich anzutelephonieren sobald ihm das Ergebnis der ersten Probe mitgeteilt geworden ist. Jedem Kandidaten stehen etwas 25 Minuten zur Verfügung. Die Anzahl der Bewerber ist uns unbekannt. Die Reihenfolge wird ausgelost. Ich stelle mir vor, dass es spät Nachmittags am 26.01.2016 sein wird, eh Nathaniel das Ergebnis der ersten Probe mitgeteilt wird. Er soll Dir umgehend Bescheid geben. Es ist aber Deinerseits nicht nötig das Telephon zu hüten. Wenn Nathaniel Dich das erste Mal nicht erreicht, wird er den Versuch später wiederholen, im Glücksfalle aus Gotha, anderweitig am Abschluss der dreistündigen Eisenbahnfahrt nach Berlin, vorausgesetzt dass es nicht zu spät geworden ist. Sollte er zu der zweiten Probe am 27.01.2016 zugelassen werden, soll er Dich mit dem Ergebnis ein zweites Mal früh Nachmittags am 27.1.2016 antelephonieren. Auch dann ist keine Notwendigkeit das Telephon zu überwachen. Nathaniels Pläne für seinen Berliner Aufenthalt sind noch unbestimmt. Er hofft auf eine Besprechung mit einem "namhaften" Dirigenten, Termin noch unbestimmt. Er hat einen Studienfreund in Berlin, der ihm Nachtquartier angeboten hat. Ob er dessen Angebot annehmen wird oder Deines, ist noch unbestimmt. Wie er seinen Besuch in Berlin einrichten wird, weiß Nathaniel noch nicht, und ich weiß es ganz bestimmt nicht, obgleich ich allgemein beschuldigt werde alles zu kontrollieren zu beanspruchen. Bin aber zuversichtlich dass Nathaniel nicht verloren geht. Wünsche ich hätte den Mut ihn zu begleiten, aber meine Kohlhaasenpflichten halten mich ab. Vielleicht im Frühling. Die Aktualitäten (wie man im zeitgenössischen Deutsch sagt) meiner gegenwärtigen inneren Existenz (eine äußere gibt is doch in Wirklichkeit garnicht) magst Du, wenn von Interesse, meinen jüngst hinzugefügten Sonetten entnehmen. Herzliche Grüße an Euch alle. Dein Jochen