am 27. Dezember 1994 .PP Ich habe gestern, vorlauter Weise, einen Brief von einem Geschichtslehrer im Internet beantwortet; und obgleich ich beasichtigte mein Schreiben nur an jenen einzelnen fragestellenden Lehrer zu wenden, so habe ich im Irrtum meine Antwort an alle die verschiedenen Anwaelte addressiert, welche sich in besagte Postliste haben eintragen lassen. Da habe ich mich nun laecherlich gemacht, es sei denn, dass die eigene Laecherlichkeit in der gemeinsamen aufginge. .PP Ich schrieb, die Bevoelkerungsdichte und die Technologie fuehrten uns unvermeidlich zum totalitaeren Staat. Das stimmt wohl doch nicht, und es befriedigt mich diesen Irrtum entdeckt zu haben. Ich vermute von den etwaigen Lesern meines Schreibens wird kaum ein einziger ihn bemerkt haben. Ich werde es erfahren, wenn man mich zurechtweist. .PP Ich halte mir die Atmosphare in den kleinen Staedten und Doerdern Deutschlands vor Augen, wo man sagte, "Stadtluft macht frei." Bin mir auch bewuszt, wie viel persoenlich Freiheit das Auto, die Eisenbahn, der Flugverkehr, und die eletronische Rechentechnik bewirkt hat. Also die Technologuie fuer die Einschraenkungen der Freiheit verantwortlich zu machen geht nicht, und die Bevoelkerungsdichte auch nicht. .PP Es mueszte also ein Trieb sein, der die Menschen mit einander verbindet, welcher sie auf einander hinweist, der sie bewegt einander anzuspornen und einzuschraenken. Und dasz dieser Trieb voellig verwerflich ist moechte ich nicht behaupten. .PP Auch scheint mir dasz obgleich die Reduktion der Gesellschaft auf Einsamkeit ein Scheinbild (the appearance) von Freiheit schafft, so ist das vereinzelt Leben undurchfuehrbar; und die Tyrannei der kleinen Gruppe wird durch Erweiterung auf eine Mehrzahl behoben. Georg Simmel hat die Freiheit beschrieben, welche die Einfuehrung des Geldes bewirkt hat. .PP Vielleicht ist es ein eingefleischter Trieb des Menschen, sich gegenseitig auch seelisch zu bedraengen: in Gefuehlssachen Gleichfoermigkeit zu verlangen, z.B. die religioese Intoleranz. Er will, dasz alle Menschen seien wie er; und er verfolgt die, welche anders sind. .PP Es mag der Ausdruck eines sehr primitiven Instinkes sein, zu verlangen, dasz die ganze Welt den eigenen Vorstellungen gleichen sollte, und all solche die anderen Glaubens anderer Hautfarbe, anderer Sprache sind zu verfolgen und zu vertreiben. Die Klage wegen der uebergroszen Regierung laeszt mich unueberzeugt. Ich betrachte sie als nur Vorwand die eigenen Ziele zu verfolgen. It seems a very primitive instinct, a protective one perhaps, to demand that all the world should be like oneself, and to reject those who are different, in race, color, creed or habits. So one uses the means at ones disposal to secure the ends which one desires. And whether one chooses more government or less government is determined by ones expectations of which will advance ones purposes. For some of us government is never too big if it marshalls a bigger army, more prisons, more school prayer and nativity scenes on courthouse lawns, more drug interdiction, more control over our personal mores. The first objection to big government is that its purposes are adverse to ones interest. One also has a need for privacy, for a zone within which one is free to express ones sentiments and ideas.