am 8.11.94 kurz nach Mitternacht Ich musz den Klavierkauf im Rahmen von L's Betragen in Bezug auf die kleinen Haushaltsreparaturen, in Bezug auf Nathaniels Ausschlag, auch in Bezug auf den besprochenen Umbau Eures Hauses beurteilen. Im Klavierkauf, wie in den anderen Beispielen die ich anfuehre, kommt das Beduerfnis zum Ausdruck, selbststaendig, gar eigenwillig zu handeln, und offensichtlich vernuenftige Vorschlaege, wie etwa die Ankaufsmoeglichkeiten eines Klaviers systematisch zu untersuchen, mit willkuerlichen Einwaenden beiseite zu schieben. Das erinnert an meine Schwester und in geringerem Masze an meine Eltern; wir mueszen diesen Charaktereigenschaften verstaendnisvoll begegnen und muessen die unvernuenftigen Ansprueche gegen die wirtschaftlichen - und gesellschatlichen Interessen der gesammten Familie abwaegen. In Bezug auf das Klavier, sehe ich drei Moeglichkeiten, 1. den Wunsch zu erfuellen, 2. selbst, - Du oder ich, oder wir beide, uns mit dem Klaviermarkt vertraut zu machen, und in Erfahrung zu bringen, ob, und wieviel billiger ein gutes Instrument zu kaufen waere. 3. den Wunsch abzuschlagen. Wenn ich die Situation voellig sachlich betrachte, dann komme ich zu dem Beschlusz, dasz Ihr: Du uns L und die Kinder, Euch eine Ausgabe von 29.1 nicht erlauben koennt. Diese Ausgabe betruege 10.5% des Kapitals welches Ihr Euch in den acht Jahren Eurer Ehe erspart habt. Ob M und ich, L das Klavier schenken sollten, ist eine andere Frage, welche ich jedoch nicht zu erwaegen brauche, bis L mich darum bittet. Bis jetzt hat sie auf dem Standpunkt verharrt, nichts von mir annehmen zu wollen, und diesen Standpunkt musz ich anerkennen. Wenn ich an Deiner Stelle waere, wuerde ich eine Euerem Vermoegen angepaszte jaehrliche Summe festsetzen, welche L nach eigenem gutduenken, nit oder ohne Beratung ausgeben mag, etwa zehn bis zwanzig Prozent Euer jaehrlichen Ersparnisse wuerde ich als vernuenftig betrachten. Die Entscheidung ueber groeszere Ausgaben muszt Du Dir vorbehalten, sonst sehe ich Schwierigkeiten voraus nicht nur fuer Euer wirtschaftliches Wohlergehen sondern auch in Euern Beziehungen zu einander.