am 11. August 1994 .PP Heute nacht hatte ich einen lebhaften und etwas bedrueckenden Traum. Er handelte um die moegliche Veroeffentlichung einer Schrift von mir, welche vermeintlich wissenschaftlich, dennoch auf einen gewissen literatischen Wert anspruch machte. .PP Ich wurde von einem stark beleibten, tatsaechlich kugelfoermigen Menschen empfangen, auf dessen Gesicht ein bestaendiges Laecheln spielte, welches ungeheuere Selbstzufriedenheit bekundete, und ich beschlosz, dasz er sich vergleichbares politisches, wenn nicht gar geistiges Gewicht zumutete. Er nahm mein Manuskript in sein Arbeitszimmer, mich aber liesz er in einem Korridor, welcher mich an den in Langdell Hall erinnerte, warten. Ich sah ihn dann damit, wie um Beratung, seinen ungeheuren Koerper, wortlos auf dem Korridor, dicht an mir vorbei, erst in ein anderes, dan in ein drittes Studierzimmer schieben. jedesmal mit demselben unverbindlichen, leicht haemischen ueberlegenen Laecheln. Dann hoerte ich seine Stimme, ein nicht unangenehmer hoher Bariton, in ein Lied ausbrechen, und es war nicht der Anfang, sondern es war das Ende eines Liedes, eines mir wohlbekannten Schubertliedes, welches weisz ich nicht mehr, aber eines in welchem die innige Beziehung zur Natur und die enttaeuschte Entfremdung von den Menschen einen sehr melodischen Ausdruck bekommt, Jetzt kommt es mir wieder: "Schlaf aus deine Traeme, schlaf aus dein Leid, der Vollmond steigt, der Nebel weicht, und der Himmel da droben, wie liegt er so weit, und der Himmel da droben, wie liegt er so weit." So sang der kugelige Mensch, als er taenzelnd in der Tuer des dritten Studierzimmers erschien, um mir mit uebetriebener Geste mein Manuskript zu ueberreichen, als mache er mir damit ein beehrendes Geschenk; ich aber empfand tief beschaemt, dasz er sich ueber mich belustigte, und dasz er mich nun entliesz; und dies war dann wohl auch seine Absicht.