am 2. November 1993 in Albright's Motel in Carlisle auf dem Wege nach Konnarock, und auf Miss Loefflers Computer. .PP Fr}her, als ich j}nger war, da bestimmten {ussere Notwendigkeiten die Geegenheiten zur Entfaltung von Geist und Gef}hl; oder aber man begab sich auf Reisen in der unbestimmten Aussicht auf irgend eine Erneuerung, Erholung, wie man es nennt, selbst doch nicht wissend, wie diese zustande kommen sollte. Jetzt immer noch nicht. Und doch werden F}hlen und Denken zielvoller, bestimmter, wenn auch nur im geringes, man wei~ eher was man will. Man wei~ ein Ziel, und wie es zu erreichen ist. Oder sollte es wissen. .PP Diktat im Auto aud der Fahrt von Belmont nach Konnarock, am 1.11 und 2.11.93 Die Abschiede sind mir von jeher schwer geworden, und es l{~t sich behaupten, da~ sie notwendig sind; je schieriger umso notwendiger. Besagt nicht das Leiden am Abschied die Unselbstst{ndigkeit? und ist nicht dies, das Selbstst{ndigwerden das letzte Ziel menschlicher Entwicklung? F}r die Verflochtenheit mit den Geliebten gibt es eine phylogenetische Erkl{rung. als Folgre, als ergebnis der gegenseitigen Abh{ngigkeit der Menschen von einander. Man frage, ob dergleichen Reduktionen, R}ckf}hrungen, jedoch sinnvoll sind, sie erkl{ren vieles, aber manches lassen sie unerkl{rt, und manches verdecken und verzerren sie. denn das Geschehen welches der Mensch erlebt ist einzigartig, und erstreckt sich }ber alle logischen Erkl{rungen hinweg. .PP Es war diese Abfahrt anderer Art als gew|hnlich. Sonst war es um die Eltern zu besuchen und zu betreuen, oder um dem Drang der t{glichen Arbeit zu entkommen, war eine Ferienreise mit Klemens, aber das alles ist diemal hinf{llig. Die Eltern bed}rfen keiner Pflege mehr, die Arbeit hat sich eigens gelichtet, und Klemens macht jetzt Ferien mit seiner Familie, anderswo und unter anderen Umst{nden. So ist der }bliche Anla~ zur Reise weggefallen, und was blieb, war die Gewohnheit, der Brauch, fast zum Ritus geworden, die Pilgerfahrt nach einem ungesteckten, unbestuimmten Ziel. Eine Fahrt deren Ziel die Umst{nde in Frage gesetzt hatten, eine Fahrt in die Irre, oder eine Fahrt ins Innere, vielleicht bedeuten beide das Gleiche. Ich wei~ nicht, ob die es die Unbestimmtheit der Lage war, die mich betr}bte, oder of es die Betr}bnis war, welche mir den Entschlu~ zu reisen verwehrte. Jedenfalls, trotz aller Gewohnheit, trotz der Vertrautheit des Gewohnten, vermochte ich mich zu dieser Reise nicht zu entschlie~en. .PP Man hat ein starkes Bed}rfnis, ben|tigt zu sein, diese Abh{ngigkeit, diese Bindung gibt dem Dasein einen Sinn, welchen es in keiner anderen Weise bekommen kann. Und doch scheint mir ist es das Ziel wobei durchaus unbestimmt ist, wer von wem abh{ngig ist, ob wir von den Kindern, oder die Kinder von uns. Ist es nicht das nat}rlichste aller Bestreben unabh{ngig von uns, von ihren Eltern zu leben und zu gedeihen. Wieder eine Gelegenheit zur Reduktion, zur R}ckf}hrung auf primitiveres, in diesem Punkte auf die naturgegebene Abh{ngigkeit der Kinder von den Eltern. Und da~ die liebende Sorge der Eltern Vorbedingung f}r das ]berleben der Kinder ist. Jedenfalls wirken Spannungen und unvermeidbare Enttauschungen. Mir scheint das Klemens Bitte diese Fahrt doch nicht abzusetzen, eine gr}ndigere Bedeutung hatte, eine Bestimmung der eigenen Unabh{ngigkeit, die ich gut und in Ordnung finde. .PP Ich entschied mich dann den Sinn dieser fahrt darein zu legen, da~ ich den neuen Roman den ich jetzt schon seit Juni oder Juli habe liegen lassen, aufgreifen w}rde, und obgleich es unrealistisch ist, anzunehemne, dass ich ihn in diesen 2 wochen zu ende bringen koonte, so ist es doch durchaus denkbar dass es mir gelingen ochte einen Rahen zu schaffen an welchem ich in den kommenden Wochen und Monaten weiter arbeiten kann. Wichtiug auch das Werlk fortzuf}hren, da~ ich seine n Wert ode rUnwert umso besser einsch{tzen kann, um festzustellen, ob es der M}he wert ist, der Zeit und Kraft wert mit diesme Versuch fortzufahren. Denn nich nur als Tatigkeit sodndern auch als geschaffene Fertige Arbeit schein mir dieser Versuch von bedeutung., Neien die Geschichte des eigene Lebens will ich garnicht erzahlen, aber ich kann nicht umhin, da ich nichts anderes zu bvetichten habe, dass alles was ich erz{hle erscxheint im Spiegel edes der eigenen vergangenheit. Nicht dass ich von mir selber sprechen wollte. Tatsache ist ja, dass es schlechthin unm|glich ist, das eigene Leben zu erkennen und zu becshreieben, geschweige denn dass man es zulanglich darstellen k|nnte. Aver es ist m|glich zu erz{hlen, was man nicht selbst erlebt hat. aber unm|glich ist es, was man nicht selbst h{tte erleben k|nnen.