am 31. August 1993 .PP Auf der vorgestrigen Fahrt von Carlyle liess ich ein Band von Bachs Streit zwischen Ph|bus und Pan spielen, und erstaunte aufs neue }ber das Gemisch von Ruhmessucht und K}nsterstolz, das darin widerspiegelt. Da~ einer der Beste sein sollte, und da~ sein Vorrang anerkannt sein sollte, da~ es das Gute gibt und darunter ein Bestes, da~ K}nstler, Menschen, Dinge "gut" zu sein vorm|gen, und da~ es demzufolge unter den vielen Guten, bessere und ein Bestes geben m}sse, ergibt sich ja schon ohne weiteres aus der Vorstellung des Guten. da~ dasWertvolle nicht nur erkennbar sei, sondern tats{chlich erkannt wird, das scheint in diesem naiven, kindlichen, und kindischen Text vorausgesetzt. .PP Anders doch bei Platon, welcher erkannte, da~ auf moralisch-politischem Gebiete, jedenfalls, das scheinbar Gute, tats{chlich das Schlechte ist, indem man das wirklich Gute verkennt. Die eindeutigste, schl}ssigste Erl{uterung }ber das Gute bietet das Neue Testament mit seiner audr}cklichen Ablehnung jeglichen Richtens und Urteilens. Doch ungeachtet aller Unzul{nglichkeiten, behauptet sich das Werten als unvermeidlich (indispensable) in allen Bereichen menschlicher T{tigkeit, Bei erzieherischen Bem}hungen ist es unentbehrlich. Alles Handwerk, jede berufliche Bet{tigung, jede Kunst will gesch{tzt werden und sind }berhaupt m|glich nur unter der Voraussetzung des Strebens nach dem Wertvollen, nach dem Guten. .PP Eines ist es auf der Spitze des Ruhmes, der Macht, des K|nnens, der F{higkeiten zu stehen; das ist jeweils nur wenigen, vielleicht }berhaupt nur einem geg|nnt. Was wird aus den anderen vielen, die auch nach dieser Spitze gestrebt haben, und die dennoch bei wenigem oder \fters eigentlich bei vielem, nicht zu erreichen vermochten? Wenn es G|tter g{ber, hat Nietzsche erkl{rt, wie hielte ich es aus, kein Gott zu sein. Also gibt es keine G|tter.