Liebe Gertraud Strangfeld, .PP .fi .na Ihre Anrufe und ihrer Briefe haben die verschiedensten Gedanken ausgelo#st, eine Fu#lle von Einfa#llen, welche eigentlich nur in ein Tagebuch geho#ren. Ob ich sie Ihnen mitteilen sollte, bin ich mir durchaus im unklaren. Wie bei allem anderen, das ich ihnen schicke, sollen es sie zu keiner Stellungnahme, zu keiner Antwort, nicht einmal zu einem flu#chtigen u#berlesen verpflichten. Fu#r mich hat unsere Korrespondenz die Bedeutung, dass, abgesehen von meiner Frau und meinem Sohn, die meine Verru#cktheiten geduldig u#ber sich ergehen lassen, zum ersten Mal seit vielen Jahren, ein Mensch am Horizont meiner Erlebniswelt auftaucht, der mo#glicherweise an meinen Ausfu#hrungen interessiert wa#re. Die Mo#glichkeit genu#gt. Aufs Tatsa#chliche vermag ich zu verzichten. .PP Sie mo#gen es bemerkt haben, dass ich in meiner umgehenden Antwort auf nur vereinzelte Ausfu#hrungen Ihres Schreibens eingegangen bin, und das absichtlich, denn ich weiss aus Erfahrung, dass meine erste Reaktion nur selten die entgu#ltige ist. Ich verfu#ge ja ganz im allgemeinen nur u#ber eine Art Treppenwitz. Manchmal dauert es Tage, wenn nicht gar Wochen, eh mir die eigentliche Bedeutung des Gelesenen aufgeht. .PP Ihr jahrelanges Bemu#hen den Modderboden im liebenburger Bach durch Sand zu ersetzen, bescha#ftigt meine Phantasie. Vielleicht ha#tten Sie Gelegenheit und Neigung mir im Mai die Stelle an dem Bach zu zeigen welche sie in dieser Weise zu veredeln bestrebt waren. Ich kann nicht umhin Ihren Anruf nach Massachusetts als ein vergleichbares Unternehmen, wenn auch unbeabsichtigt, zu deuten, den Modderboden des Daseins durch etwas wertvolleres zu ersetzen. Und dass ihnen der Versuch jenes Flussbett in Liebenburg zu verwandeln misslungen sein sollte, will ich nicht wahr haben, wenngleich die objektive Besta#tigung ihres Erfolges ausblieb. Ich glaube der Erfolg, im Sinne des Wertes, ist jedem leidenschaftlichen Versuch derart eingetrieben, dass dieser jenen untrennbar nach sich zieht. Kennen sie die scho#ne Strophe von Rilke? Sie geho#rten zu meiner Mutter Lieblingsworte, und Klemens hat sie ihr am Grabe aufgesagt, .nf .in +15 "Die Siege laden ihn nicht ein, Sein Wachstum ist, der Tiefbesiegte Von immer gro#sserem zu sein" .in -15 .fi .na Was habe ich denn nicht alles versucht, das ungenu#gend geblieben ist, oder fehl geschlagen. Ich denke, ich sollte vergehen, wenn mir einmal etwas wirklich gela#nge. .PP Aber, sagen Sie mir, was hat denn der Sand an sich? Was ist es denn, das da gla#nzt auf den Stromes Grunde? Wie unterscheidet man den Sand vom Scheingold, und das Scheingold vom echten Gestein? Wie war das denn eigentlich mit dem Rheingold, das jahrhundertelang die Einbildung bescha#ftigt? Entschuldigen sie wenn ich es sage, vielleicht passt es garnicht zu ihrer Jugendbescha#ftigung, aber wenn ich sie mir bei der Ta#tigkeit am liebenburger Gewa#sser vorstelle, kommen mir unwillku#rlich die Strophen aus Menons Klagen um Diotima, Worte die ich tatsa#chlich seit Jahren schon im Speicher meines Computer versteckt habe, so dass ich sie mir, ungezogener Art, wa#hrend ich Patienten in der Praxis verarzte, jeder Zeit heimlich ins Geda#chtnis zuru#ckrufen kann, und sie nun mit ein Paar Strichen auf diesem Tastenbrett mu#helos in meinen Brief einzufu#gen vermag: .nf Ach! und nichtig und leer, wie Gefa#ngnisswa#nde, der Himmel Eine beugende Last u#ber dem Haupte mir ha#ngt! 6 Sonst mir anders bekannt! o Jugend, und bringen Gebete Dich nicht wieder, dich nie? fu#hret kein Pfad mich zuru#k? Soll es werden auch mir, wie den Go#tterlosen, die vormals Gla#nzenden Augs doch sassen an seeligem Tisch', Aber u#bersa#ttiget bald, die schwa#rmenden Ga#ste, Nun verstummet, und nun unter der Lu#fte Gesang, Unter blu#hender Erd' entschlafen sind, bis dereinst sie Eines Wunders Gewalt sie, die Versunkenen, zwingt, Wiederzukehren, und neu auf gru#nendem Boden zu wandeln.- Heiliger Othem durchstro#mt go#ttlich die lichte Gestalt, Wenn das Fest sich beseelt, und Fluthen der Liebe sich regen, Und vom Himmel getra#nkt, rauscht der lebendige Strom, Wenn es drunten erto#nt, und ihre Scha#tze die Nacht zollt, Und aus Ba#chen herauf gla#nzt das begrabene Gold.- .PP .fi .na Sie entschuldigen mir das Zitat. Es hat vielleicht mit Ihren Sanierungsversuchen am liebenburger Bach gar wenig zu tun, aber die apokalyptischen Vision welche Ihre Beschreibung mir heraufgezaubert hat wollte ich nicht fu#r mich behalten. .sp .ce * * * * * .PP In Bezug auf Ihre Erinnerung an den Religionsunterricht, denke ich, dass man es Ihrem gesunden, nu#chternen Menschenverstand anrechnen sollte, wenn er eine Rede welche sich mit "Wahrlich, wahrlich ich sage euch," bekra#ftigt, erst einmal vorsichtigem Zweifel unterzieht. Denn wenn das Gesagte wahr ist, warum genu#gt die einfache Aussage nicht, warum bedarf es der aufdringlichen Betonung? U#berhaupt hat die o#ffentliche Religion mir stets grosse Schwierigkeiten bereitet, und ich glaube weil sie dem Verstand so undurchdringlich ist hat mich die Theologie, welch ein widerspru#chlicher Ausdruck! von jeher mit einem verlockenden Zauber angezogen. .PP Ich bin zu dem Beschluss gekommen, dass das alttestamentarische Verbot den Namen Gottes u#berhaupt zu nennen die einzig gu#ltige Forderung ist, welche der Priester, der Pfarrer oder der Rabbiner an uns stellen darf. Ha#tte die Menschheit ihr Folge geleistet, welch Unheil wa#re nicht der Weltgeschichte erspart geblieben! .PP Doch auch ich muss bekennen, dass ich diese Anordnung oft genug u#bertreten habe, und dass mir der verbotene Name immer wieder durch die Finger in die Tastatur schlu#pft, und nun an so vielen Stellen, auch in meinen Briefen an Sie, die Zu#gellosigkeit meines Denkens bezeugt. Ich entschuldige mich mit den Worten meines Romans, mit der stotternden Erkla#rung meines Doppelga#ngers Jonathan Mengs: .PP "Ich bin, wissen sie, Herr Professor, in einem protestantischen Glaubensbekenntnis auferzogen worden. Man hat mich u#berzeugt, dasz die Bibel das Wort Gottes sei, und dasz des Menschen Beziehung zu Gott darauf beruhe, dasz ihm die Mo#glichkeit gegeben ist, dieses Wort Gottes fu#r sich selbst, auf eigene Weise zu deuten. Sehen sie, Herr Professor, es ist doch genau dies was wir in unserem Berufe zu leisten beanspruchen. Hat nicht die Reformation das Literaturversta#ndnis zur Religion erhoben, und die Religion als Literaturversta#ndnis gedeutet?" .PP Es soll mich also entlasten, dass ich die gela#ufig religio#sen Sachen als Literatur behandele, und man wird mir dafu#r, hoffe ich, keine Schuld anrechnen, dass mir das Gedicht, die Literatur heilig geworden ist, so dass sich nun beide, Religion und Kunst, ununterscheidbar in meiner Erlebniswelt treffen. Auch vermag ich nicht zu entscheiden, ob ich Weg von der Literatur zur Religion gegangen bin, oder umgekehrt, jedenfalls fallen nunmehr die beiden fu#r mich zusammen, und was die Bibel anlangt, so verbringe ich manche Abendstunde mit dem Vergleich verschiedener U#bersetzungen. Das Griechische vermag ich an Hand eines Wo#rterbuches zu entziffern. Leider habe ich nie Zeit gehabt mit dem Hebra#ischen auch nur den Anfang zu machen. Aber so weit bin ich schon vorgedrungen, dass ich meine erkannt zu haben, dass bei dem Aufwand aller Mu#he viele Bibelstellen unversta#ndlich bleiben, Schreibfehler vielleicht, welche "der Glaube" mit dem Glanz u#bermenschlicher "Wahrheit" verblu#mt, und andere Stellen, welche unzweideutig versta#ndlich scheinen, gru#ndlichst missverstanden sind. .PP Daru#ber hinaus muss gesagt sein, dass in der Bibel so manches scha#dliche behauptet wird. Auf die vermeinte U#berlegenheit des Menschen dem Tier gegenu#ber habe ich ja schon in dem Bankhead Kapitel meines Romanes welches ich ihnen zusandte hingewiesen. Wie furchtbar die Forderung des Opfers Isaaks in Wirklichkeit war hat Kierkegaard im "Begriff Angst" beschrieben. Und wenn man das Drama des Exodus einmal vom Gesichtspunkt der A#gypter bedenkt, so sto#sst man sich an der Behauptung der Schrift, und es ist verboten sie zu bezweifeln, dass die Plagen mit welchen die A#gypter fu#r die Vergehen ihres Fu#hrers bestraft wurden, lediglich dazu dienten Yahwehs Macht vorzufu#hren, und fu#r die Befreiung seines Volkes u#berflu#ssig waren, denn es stand ja in Yahwehs Macht sein ausgewa#hltes Volk in einer einzigen Nacht zu entfu#hren, indem er ihre Herren voru#bergehend sagen wir mit einer leichten A#thernarkose beta#ubte, oder auch nur mit einem an Zaubermacht durchaus nicht aufwendigem Trinkgelage, ohne die mo#rderische Vernichtung von tausenden von unschuldigen Menschen. Aber er hat ja, und was ko#nnte furchtbarer sein, auch die Qua#lerei seines eigenen Volkes in A#gypten zugelassen, nur um hernach mit der mirakulo#sen Befreiung durch die Plagen, und durch die Meeresteilung seine Macht zu beweisen. War dieses Vorgehen in moralischem Sinne unterscheidbar z.B. von der Zersto#rung Dresdens, welche denn auch wohl in erster Linie Ausdruck der Arroganz der Macht war? Sind nicht etliche Bu#cher der Bibel, wenn man sie ernst nimmt, die Chronik der gegenseitigen Ausrottung der Vo#lker? und ist nicht "entsetzlich" der einzig passende Ausdruck dafu#r? .PP Vielleicht gereichen die vorgehenden Bemerkungen zu dem Beweis, dass die Pa#pste doch recht hatten, die Deutung der Schrift ihren Priestern vorzubehalten, denn Sie sehen ja nun wohin die Reformation jedenfalls mich gebracht hat, und wie wenig ich mich scheue, von meinem protestantischen Vorrecht die Bibel selbst zu lesen und zu deuten, den ungezu#geltsten Gebrauch zu machen. .PP Wenn ich meine Briefe an Sie u#berlese, und meinen Roman, werde ich mir bewusst, wie oft ich, einer ergreisenden Betschwester a#hnlich, mich Gottes Namen und biblischer Zitate bedient habe. Es ist Angewo#hnung bei mir, die ich darauf zuru#ckfu#hre, nicht dass mein Denken der biblischen Besta#tigung bedarf, oder gar in irgendeinem bewussten Sinne biblischen Quellen entspringt, oder auch nur durch die Bibel erkla#rt wird. Die Berufung auf die biblischen Texte Ich berufe mich auf biblische Texte in eristischer Absicht. Die Menschen unter denen ich lebe, gleich ob sie sich als Christen oder Juden bezeichnen, beanspruchen ihr verderbliches Weltbild biblisch zu begru#nden und zu verteidigen. Ich weiss keine triftigere Massnahme mich in ihrer Welt zu behaupten als sie mit ihren eigenen Waffen zu widerlegen. .PP Wenn ich mich recht besinne, bin ich zu den ethischen U#berzeugungen welche im Jesajatext ihren so eindrucksvollen Ausdruck empfangen schon von ganz anderer Richtung gekommen, tatsa#chlich von Go#thes scho#nen Worten u#ber Schiller: "Seine durchgewachten Na#chte, haben unsern Tag erhellt." von welchen ich meine, dass sie auf alle Menschen mit einem Schicksal weniger glu#cklich als das meine, anwendbar sind. Den besta#tigenden Text aus dem Alten Testament lese ich vor allem mit der tro#stenden Genugtuung dass vor so viel tausend Jahren jedenfalls ein Mensch von dem zum Weltgericht verherrlichten Despotismus in vergleichbarer Weise erschreckt und angewidert war wie ich. .PP Erlauben Sie mir noch einmal zu den schon mehrmals zitierten Jesajaworten u#ber die Verachtung des guten Menschen und die scheinbare Geringheit des Boten Gottes zuru#ckkommen. Zum ersten mo#chte ich sie in Beziehung zu der Lehre Platons vom vollkommen guten und vollkommen schlechten Menschen setzen. Denn wir wissen ja, dass in der O#ffentlichkeit das Schlechte oft gut erscheint, und umgekehrt das Gute schlecht. Wir mu#ssen uns fragen, wer ist heute der verachtetste unter den Menschen? und wie ko#nnen wir diese Niedrigkeit mit der Lob der Niedrigkeit des Jesaja vereinbaren? mit Jesajas Lob des Erniedrigten und Verachteten vereinbaren? .PP Auf die Frage, wer ist heute der Verachtetste unter den Menschen will ich auch um die politische Gleichgewicht zu bewahren, zugleich auf den Terroristen und auf den Neonazi hinweisen. Der eine ermordet den namhaften Gescha#ftsfu#hrer, der andere den hilflosen Asylbewerber. Ich will das Morden des einen so wenig rechtfertigen wie das Morden des anderen. Ich will u#berhaupt nicht rechtfertigen. Ich will nicht richten. Ich will nichts als verstehen. .PP Meine Frage deshalb ist nicht, ob es gut oder schlecht ist, Terrorist oder Neonazi zu sein. Die Gesetzgebung, die Fahndung und die Bestrafung u#berlasse ich anderen. Mein Bestreben ist zu verstehen, was einen Menschen verleitet ein Terrorist oder ein Neonazi zu werden. Sollte es einen moralischen Mangel bedeuten, vielleicht sogar ein strafbares Vergehen zum Versta#ndnis dafu#r zu gelangen, dass ein Mensch aus sehr menschlichen Antrieben, aus Antrieben welche vielleicht sogar aus lo#blichen Charaktereigenschaften entspringen dem Bo#sen zu verfallen vermag? So hat mein Onkel Ernst Joachim Meyer, dem zum Geda#chtnis ich meinen Namen trage, sich im August 1914 freiwillig zum Heeresdienst gemeldet. Er wollte das Vaterland vor den Franzosen schu#tzen. Wer weiss wie viele franzo#siche Kinder er bei diesem Unterfangen ihrer Va#ter beraubt hat, eh das Schicksal mit welchem er andere verfolgte, der Tod, ihn selbst einholte. .PP Ich denke, es ist uns unmo#glich zu handeln, ohne schuldig zu werden. Die Vorstellung eines moralischen Krieges, etwa den Regeln der Genfer Konvention, ist ein Selbstbetrug, ist Ta#uschung. Das war es doch, was an dem Krieg am persischen Golf so furchtbar war, dass das Leiden und der Tod den er so vielen heraufbeschwor meinen amerikanischen Landsleuten jedenfalls so vo#llig verborgen blieb, im Gegensatz zum Beispiel zum Vietnamkrieg, wo die Fernsehschirmen die Metzelei so wahrheitsgetreu wieder gab. Das Entsetzlichste fu#r mich war, dass es den amerikanischen Beho#rden gelang die Entsetzlichkeit des Krieges zu verbergen, und ihn in so erfolgreicher Weise in die allabendliche Fernsehunterhaltung einzustufen. .PP Ist nicht dies gerade unserer Aufgabe, und ist die Erfu#llung dieser Aufgabe vielleicht nicht ausgerechnet ein moralischer Mangel von mir, dass ich meine verstehen zu ko#nnen, wie ein Mensch zum Terroristen wird, und wie ein anderer zum Neonazi wird? Genauso wie ich meine begreifen zu ko#nnen, wie ein Mensch 1923 oder 1930 es schicklich fand der NSDAP beizutreten, ohne dass ich es selbst als sinnvoll oder gut oder vernu#nftig betrachten ko#nnte. .PP Die klassische platonische Lehre will es wahr haben, dass der Mensch schlechtes tut nur aus Unwissen. Vielleicht sollte man diesen Begriff des Unwissens u#ber das Logischbegriffliche hinausstrecken, um die Unempfindsamkeit, die Stumpfheit, die Sturheit, die Gleichgu#ltigkeit, einzuschliessen. Indifference, notcaring, insensitivity. Aber das Wissen, die Empfindlichkeit, das Versta#ndnis sind doch immer nur relativ, verha#ltnisma#ssig. So sind wir doch an dem Unheil, das wir nicht verhu#ten ko#nnen oder wollen immer in Schuld verstrickt, sei diese nun gross oder klein. .PP Daru#ber hinaus noch, wird die Handlungskraft vom Gewissen gela#hmt. Thus conscience doeth make cowards of us all, and thus the native hue of resolution is buried in the pale cast of thought. Die Handlung macht immer schuldig. .PP Was man selbst tun sollte? Welchem politischen Engagement man sich hingeben soll? Das scheint mir ist ein anderes, von der Ethik oder Moral vo#llig verschiedenes Kapitel. Ein a#usserliches Problem des gesellschaftlichen Maschinenbaus. .PP Die Stellung des Arztes nun verbindet beide Bereiche, den des Verstehens und den dess vernunftgema#ssen Handelns. Den Bereich des Urteilens aber schliesst sie aus. Vergleichbar wie der Arzt meist unter den strengsten Einschra#nkungen handeln muss, und die seine Handlung ganz selten nur vo#llig erfolgreich ist, so auch die politische Handlung, und wie die Handlung des Arztes in vielen Perspektiven immer unzula#nglich ist, so auch die des Politikers. Im Zentrum menschlichen Wirkens ist die Idealisierung, welche einerseits die Richtlinie des Handelns andererseits aber auch den Ausschlag zum verderblichen Urteil. .PP Sie erwa#hnen das Missverha#ltnis der Kinder zu den Eltern, die Verschwiegenheit der Eltern in Bezug auf die Nazizeit, ist dadurch zu erkla#ren, dass sie es selbst nicht verstanden. Glauben sie denn, dass die Eltern das woran sie beteiligt waren, was sie gesehen, erlebt und erlitten hatten selbst verstanden? .PP Zum Schluss, erlauben Sie mir noch einen zweiten Gedichtsauszug auch am Grabe meiner Mutter gesprochen. Die erwa#hnten Gipfel der Zeit kamen mir in den Sionn, als sie, in Ihrem ersten Schreiben, die mehr als fu#nfzig Jahre erwa#hnten, welche seit meiner Familie Auswanderung aus Deutschland vergangen sind. Gestatten Sie mir die Erkla#rung, dass, meines Erachtens, das von Hoelderlin erwa#hnte "unschuldige Wasser" eine Anspielung auf das Wasser des Lebens ist, welches gema#ss der Offenbarung Johannes, 22:17, kostenlos, also ohne Schuld, versprochen wird, "und wen du#rstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst." .nf .in +15 Patmos Dem Landgrafen von Homburg Nah ist Und schwer zu fassen der Gott. Wo aber Gefahr ist, wa#chst Das Rettende auch. Im Finstern wohnen Die Adler und furchtlos gehn Die So#hne der Alpen u#ber den Abgrund weg Auf leichtgebaueten Bru#cken. Drum, da geha#uft sind rings Die Gipfel der Zeit, und die Liebsten Nah wohnen, ermattend auf Getrenntesten Bergen, So gieb unschuldig Wasser, O Fittige gieb uns, treuesten Sinns Hinu#berzugehen und wiederzukehren. .in -15 .PP .fi .na Was halten Sie davon als Werbetext fu#r die Lufthansa?