am 5. Juli 1992 .PP Aus der "Zeit" vom 8. Mai. Von Theodor Lessing: "Das Bewusstsein mitsamt den von ihm umfassten Inhalten ist kein fliessendes Kontinuum, sondern ist intermittierend gleich einem immer wieder verlo#schenden und neu auflodernden Fu#nkchen. Gerade darum, weil Bewusstsein intermittiert, kann es nur anna#herungsweise zum Spiegel lebendigen Lebens werden. Notwendig u#berbru#ckt der Geist diese Kluft durch die Hypothese des Unendlich-Kleinen, durch welche jeder kontinuierliche Vorgang gedacht wird als zusammengesetzt aus unendlichen vielen uns unbekannten Elementen der Differentialen, die uns immer nur durch ihr Summe, ihre Integrale bekannt sind. So jagt denn unser funkengleich aufleuchtender Geist dem unhaschbar verfliessenden Leben nach." .PP Es war vielleicht ein Irrtum, dass ich diesen bewo#lkten Sonntagmorgen damit begonnen habe Zeitung, "Die Zeit", zu lesen, wobei mir das anregende Zitat von Theodor Lessing auffiel, aber was ich selbst im Sinn hatte wurde verdra#ngt. Ob es mir wiederkehrt? .PP Die Deutschlandreise vergangenen Mais hat mich aufs neue auf die Unterschieden und A#hnlichkeiten der beiden Lebenswelten hingewiesen. Diese sind schlechthin objektiv darzustellen, aber ihre verha#ltnisma#ssige Bedeutung schwankt mit der Verfassung des Lebenden, des Erlebenden. Es mag Folge meines Alterns sein, dass sie mir die A#hnlichkeiten zunehmen indes die Unterschiede schwinden.