am 15. Mai 1992, in Pogeez zwischen Ratzeburg und Lu#beck. Wir u#bernachten in einem kleinen heissen Dachzimmer in einem Gasthaus namens Berliner Treff. Man hat uns achtzig Mark fu#r dies kleine heisse Stu#bchen abgenommen, aber wir haben uns darauf eingelassen, weil wir befu#rchteten, sonst nichts zu finden, und weil wir noch nach Lu#beck heute abend wollten. Wenn wir hier schlafen ko#nnen wird alles gut sein, aber nach der Erfahrung in Onkel Hansens Wohnung sind wir unnannehmlichkeiten und demu#tigung gewohnt. Es war ein heisser ermu#dender Tag der damit begann, dass wir heute morgen Onkel Hans im Hubertus Kranken haus besuchten. Wir fanden ihn auf dem Flur mit seinem Gehgestell. Er wartete auf Stuhlgang. Weil es mehrere Tage lang nicht geschehen war, hatte man ihm ein Za#pfchen eingefu#hrt, und nun wartete er auf den Erfolg. Wir warteten mit ihm. Zuletzt kam denn doch eine practical nurse und fu#hrte ihn aufs Klo. Ein paar Minuten spa#ter, kehrete er erleichtert wieder. Seiner Aussprache war wieder schlechter als das letzte mal, so dass ich nur vereinzelt einzelne Sa#tze verstehen konnte. Wir standen am Fenster das einen Parkplatz u#berblickte, Onkel Hans sah einen Wagen, der ihn an den eigenen erinnerte, eine VW Ka#fer, und er fragte im Anschluss was fu#r einen Wagen denn wir ha#tten, was aus Papas Wagen geworden wa#re. Ich besinne mich nicht dass sonst noch irgendetwas von Bedeutung erwa#hnt wurde. Wenn er an Tante Grete dachte, fing er an zu weinen. Es war sonst aber nichts weiter zu besprechen, zu sagen. Was er beno#tigte war praktische Hilfe, und die konnte ich ihm nicht geben, weil ich so weit entfernt wohne. Und ihn mit Inges Besorgungen unzufrieden zu machen, ha#tte ihm auch nicht geholfen. Er sah es ein, dass nichts mehr zu besprechen war. Wir verabschiedeten uns und gingen. Da hielt uns die Oberschwester auf, sie wollte unsere Eindru#ck u#ber ihr Krankenhaus ho#ren. Es fiel mir nicht schwer es zu loben. Als wir soeben mit dieser Unterhaltung zu Ende waren und uns von der Oberschwester verabschiedeten, kam Inge. Ich schlug vor, dass wir nich zuru#ck zu Onkel Hans mit ihr gehen sollten, gab ihr die Schlu#ssel, berichtete von dem nicht funktionierenden Zu#ndbrennen, liess mich umarmen und ku#ssen, und ging dann mit Margaret hinter mir, meines Weges, zufrieden, dass diese mit der Reise verbunde verpflichtung werledigt war. Zum Abschied gingen wir dann ein kurzes Stu#ck, Weilchen, an den Schlachtensee, und erza#hlte Margaret wie Opapa dort jeangelt hatte, fuhr dann die Wannseebadstrasse nach Schwanenwerder, aber eine abzweigung die an den offenen Wannsee ha#tte fu#hren mo#gen fand ich nicht. Wir drehten um und fuhren auf die Autobahn nach Lu#beck. Wir verfuhren uns in der Mecklenburgischen Landschaft. zwischen zwei kleinen Do#rfern, deren Namen mir entgangen sind, wurde eine Strasse zu einem Feldweg und dann zu einem Sumpf. Wir kamen gut hindurch, besichtigten eine kleine romanische Dorfkirche, jedoch nur von aussen. Das Wetter war war und sommerlich. Da unser Wagen keine ku#hlanlage hat, fuhren wir mit allen vier Fenstern geo#ffnet. Zu letzt kamen wir doch an unser vorla#ufiges Ziel, Ratzeburg. Etwa zwanzig Minuten vor Domschluss. Aus dem Dom erhallte, laute, fast moderne Orgelmusik. Wir gingen hinein. Als die Musik verschallt war, began ein kleiner sta#mmiger Mensch mit weissem, gewelltem Haar, eine kleine Gruppe von Ma#nnern u#ber den Dom zu erza#hlen. Wa#hrend dessen ho#rte ich zu und machte Videa aufnahmen. Im Klosterhof stand eine Bronze von Ernst Barlach, der jahrelang in Ratzeburg gewohnt hatte. Bettler auf Kru#cken, so hiess die Figur, und der Pfarrer erza#hlte wie der Bischof bei der Einweihung bemerkt hatte, dass wenn man den Blick auf die Kirche richtete, man and den ersten Vers der Lutherliedes Ein feste Burg erinnert wu#rde, wenn man aber auf den Bettler, welcher nicht ein almosen sammelnder Sozialhilfe empfa#nge sei, sondern ganz im allgemeinen der Mensch vor Gott, da#chte man an den zweiten. Dann fuhren wir nach Lu#beck. Auf dem Wege fanden wir dieses kleine u#berteuere Dachkammer, fu#r die man uns achtig Mark abnahm. Aber nun sind wir ja bald fort, und werden heute abend anderswo u#bernachten. Von Lu#beck machte ich viele Videoaufnamen. Auf der Trave waren nebst kleinen vergnu#gungsbooten ein grosses rotes Leuchtschiff und ein Riverboot verankert. Als wir nach Sonnenuntergang zu unserem Parkplatz zuru#ckkehrten war auf dem letzeren eine Diskothek im gange mit vielen jungen Menschen die hinauf stro#mten. In Lu#beck selbst machten wir die obligate Fusswanderung durch die ehmalige Altstadt, kauften uns erst ein sehr winziges Eis, dann bei McDonalds ein Hamburger mit Milch. Als wir in unsere Dachbude kamen, o#ffnete ich die letzte der drei Flaschen Erdner Treppchen, die ich in Erden gekauft hatte, uns trank sie zu zwei drittel. Fest schlafen aber tat ich dennoch nicht.